BOB und Meridian streiken noch bis 9 Uhr "Erhebliche Behinderungen" im Berufsverkehr

Eisiger Streik: Bei zweistelligen Minusgraden trafen sich heute Morgen Mitarbeiter der BOB in Holzkirchen am Bahnhof. Foto: rah

Die Lokführer der Bayerischen Oberlandbahn haben seit 2 Uhr ihre Arbeit niedergelegt. Beim Pendlerverkehr am Dienstagmorgen kommt es zu starken Behinderungen. Bis 9 Uhr dauert der Warnstreik noch an.

 

Holzkirchen - Ein Bahnstreik bei minus zehn Grad – bei Pendlern aus dem Münchner Süden ist momentan Durchhaltevermögen gefragt. Mitarbeiter der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) und des Meridian haben am frühen Dienstagmorgen einen siebenstündigen Warnstreik begonnen. Betroffen ist das gesamte Streckennetz des Unternehmens, wie der Verhandlungsführer der Gewerkschaften, Isidoro Peronace, sagte. Es komme gerade im Pendlerverkehr zu erheblichen Behinderungen. Auf einigen Strecken können Reisende auf Züge der Deutschen Bahn oder die S-Bahn ausweichen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert für ihre Mitglieder eine gleiche Bezahlung. "Leider verweigert die Geschäftsleitung unseren Mitgliedern nach wie vor Leistungen, die in anderen Unternehmensbereichen wie selbstverständlich gezahlt werden", sagte Peronace.

BOB-Streik: Nur ein Zug von Rosenheim nach München

Bis 6 Uhr sei lediglich ein Zug von Rosenheim nach München gefahren. Alle anderen Verbindungen, etwa zwischen München und Freilassing, Salzburg, Tegernsee, Schliersee und Holzkirchen, entfielen. Drei Züge speziell für Schüler sollten allerdings fahren, wie Peronace sagte. Zudem seien für Schüler Ersatzbusse bereitgestellt worden. Auch nach dem Streikende um 9.00 Uhr rechnet die Gewerkschaft mit Verzögerungen im Fahrplan.

Die EVG fordert, dass interne Dienstfahrten - etwa von einem Einsatzort zum nächsten - zu 100 Prozent als Arbeitszeit angerechnet werden. "Wenn ein Kollege aus der Dienststelle Freilassing nach München fahren muss, um dort einen Zug zu übernehmen, bekommt er für die eineinhalbstündige Fahrgastfahrt nur 50 Prozent seines Gehalts. Das ist nicht akzeptabel", sagte Peronace.

"Hoffen, dass EVG wieder an der Verhandlungstisch zurückkehrt"

Zumal bei der Nordwestbahn, einem Unternehmen, das wie die BOB ebenfalls eine Tochtergesellschaft der Transdev ist, bereits eine entsprechende Regelung getroffen werden konnte. "Was in Norddeutschland geht, muss auch in Südbayern möglich sein, zumal bei uns die Lebenshaltungskosten deutlich höher sind."

"Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass die EVG trotz unseres umfangreichen Tarifangebotes unsere Fahrgäste in der Kälte stehen lässt. Wir hoffen, dass die EVG wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt, damit wir uns einigen können", sagte Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn laut Mitteilung. Die Aktion Münchner Fahrgäste zeigte sich "bestürzt". Angesichts frostiger Temperaturen sei der kurzfristig angekündigte Streik "frech und unverschämt", sagte Sprecher Andreas Nagel laut Mitteilung.

Ersatzfahrpläne und -busse für Pendler und Schüler

Für den Schülerverkehr wird mit bis zu 25 Bussen und vereinzelten Zügen folgender Not-Ersatzfahrplan gefahren:

Züge:

05:47 Uhr Lenggries – Holzkirchen 06:26 Uhr

07:05 Uhr Holzkirchen – Lenggries 07:41 Uhr

07:05 Uhr Bayrischzell – Holzkirchen 08:01 Uhr

Busse:

06:21 Uhr Tegernsee Bahnhof - Holzkirchen

06:35 Uhr Schliersee Bahnhof – Holzkirchen Bahnhof

07:00 Uhr Bad Tölz Bahnhof – Holzkirchen Bahnhof

07:12 Uhr Holzkirchen Bahnhof – Warngau – Gmund – Tegernse: Schüler dürfen RVO-Bus benutzen

07:15 Uhr Lenggries Bahnhof - Bad Tölz Bahnhof

07:30 Uhr Holzkirchen Bahnhof – Miesbach Bahnhof

Den detaillierten Ersatzfahrplan für Schüler können Sie hier herunterladen.

Pendler werden gebeten auf folgende Verbindungen auszuweichen:

Auf den Strecken Holzkirchen – München, Grafing Bahnhof – München, Kreuzstraße – München und Donnersbergerbrücke – Solln/München können Reisende die S-Bahnen nutzen.

Zwischen Freilassing und München sowie zwischen Rosenheim und München kann die Südostbayernbahn (SOB) über Mühldorf genutzt werden.

Von Salzburg und Kufstein nach München fahren Fernverkehrszüge. Es gelten die Tarifbestimmungen des Fernverkehrs.

 

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