Bluttat in Schillerstraße Mordversuch in Tabledance-Bar: "Hells Angels" verhaftet

, aktualisiert am 14.05.2017 - 14:23 Uhr
Direkt neben dem Beate-Uhse-Laden befindet sich der Eingang zu der Strip-Bar. (Archivbild) Foto: Googlestreetview

Drei Monate nach der blutigen Messerattacke auf einen 48-jährigen Gast in einem Tabledance-Lokal in der Schillerstraße sind mehrere Tatverdächtige festgenommen worden. War ein "Hells Angels"-Abzeichen Auslöser für die Tat?

 

München - Am Donnerstag klickten die Handschellen. Knapp drei Monate nach dem blutigen Zwischenfall in der Münchner Tabledance-Bar "Bad Angel" konnte die Münchner Polizei zwei Tatverdächtige festnehmen, ein weiterer befindet sich gerade wegen einer anderen Straftat in Haft.

Der Fall

Am 12. Februar gegen 06:30 Uhr geriet ein 48-jähriger Mann mit mehreren weiteren Besuchern des Lokals in der Schillerstraße in Streit. Die Auseinandersetzung wurde erst verbal ausgetragen, dann kam es zu Schubsereien und weiteren gegenseitigen Tätlichkeiten. Dabei kam das spätere Opfer zu Fall, seine Kontrahenten schlugen und traten auf den 48-Jährigen ein. Als der Mann wieder auf den Beinen stand, bemerkte er zwei blutende Verletzungen im Bauchbereich. Angestellte des Lokals kümmerten sich um den Mann und riefen Polizei und Rettungsdienst. Zu diesem Zeitpunkt waren die drei Täter bereits geflüchtet.

Die Ermittlungen

Kurios: Obwohl das Opfer schon kurz nach der Tat das Krankenhaus wieder verlassen konnte, gab es sich gegenüber der Polizei wenig kooperativ, nannte sogar einen falschen Tatort. Die Münchner Mordkommission hatte die Ermittlungen übernommen, die Staatsanwaltschaft München I ging sofort von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Wie die Ermittlungen ergaben, dürfte ein Abzeichen des Rockerclubs "Hells Angels" den Streit ausgelöst haben. Jedenfalls soll das spätere Opfer die Verdächtigen deshalb auf eine mögliche Mitgliedschaft angesprochen haben.

Die Festnahmen

Die Mordkommission hat die drei flüchtigen Männer identifiziert. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der zuständige Ermittlungsrichter Haftbefehle wegen versuchten Totschlags gegen einen 31-jährigen Deutschen aus dem Münchner Umland sowie gegen einen 36-jährigen iranischen und 27-jährigen türkischen Münchner. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, ließen sich die beiden Tatverdächtigen aus München am vergangenen Donnerstag an ihren Wohnorten widerstandslos festnehmen, der 31-jährige Deutsche befindet sich bereits wegen eines anderen Delikts in Strafhaft.

Laut Polizei handelt es sich bei allen drei Tatverdächtigen "nach vorliegenden Informationen um Angehörige der Hells Angels". Dennoch sei nicht von einem "szenetypischen Motiv" für die Tat auszugehen, da das Opfer keiner Gruppierung aus dem Rockermilieu zuzurechnen sei.

 

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