Blutiger Streit Prügelei bei Mc Donald's: Mann (41) stirbt

Die Mc Donald's Filiale am Stachus. Im ersten Stock kam es am frühen Samstagmorgen zwischen dem 24-Jährigen und dem 41-jährigen Kaufmann zum Streit Foto: Mike Schmalz

24-Jähriger sitzt wegen Körperverletzung mit Todesfolge in U-Haft. Er hat am frühen Samstagmorgen einen Kaufmann in der Mc Donald's Filiale am Stachus zusammengeschlagen.

 

München - Auf dem Weg nach Hause noch schnell einen Burger essen und mit einer fremden Schönheit flirten: Klingt eigentlich eher harmlos. Aber für Giacomo A., einen 41-jährigen Kaufmann aus München, endete ein solcher Ausflug in die Nacht tödlich. Er ist bei McDonald’s am Stachus von einem 24-Jährigen so zusammen geschlagen worden, dass er Stunden später im Krankenhaus verstarb.

Gegen David M. (24), den mutmaßlichen Schläger, erging gestern Haftbefehl. Es ist am Samstagmorgen passiert, um 2.40 Uhr: Die Mc-Donald’s-Filiale ist brechend voll. Nachtschwärmer aus der ganzen Stadt holen sich etwas zu essen. Auch Giacomo A. und David M. stehen in der Schlange. Beide Männer kennen sich nicht, sind sich nie zuvor im Leben begegnet.

David A. ist in Begleitung seiner Freundin. Das Paar geht hoch in den ersten Stock. Sie sitzen am selben Tisch wie Giacomo A. und anderen Leuten und packen ihre Burger aus. Giacomo A. fängt an, der Freundin von David M. schöne Augen zu machen. Dem 24-jährigen Arbeitslosen aus Pasing passt der Flirt überhaupt nicht. Als der Ältere, so berichtet später ein Zeuge, auch noch in den Burger von David M.s Freundin beißt, rastet M. aus. Es kommt zum Streit zwischen den Männern.

Erst fliegen Schimpfworte hin und her, dann schubsen sie sich gegenseitig. Schließlich, so berichten Zeugen der Polizei, habe David M. zugeschlagen. Auch Giacomo A. teilt aus. Mehr als ein halbes Dutzend Gäste verfolgen die Prügelei. Doch keiner greift ein. Der sinnlose Streit geht weiter – bis Giacomo A. zu Boden geht.

Der gebürtige Schweizer aus dem Kanton Aargau bleibt bewusstlos liegen. Innerhalb weniger Minuten treffen Rettungsdienst und Polizei ein. Ein Notarzt leistet Erste Hilfe. Giacomo A. wird mit Blaulicht in die benachbarte Nußbaumklinik in die chirurgische Abteilung gefahren. Er hat eine stark blutende Wunde am Kopf. Sein Zustand ist kritisch.

David M. wird noch im Restaurant von Polizisten der PI11 (Altstadt) festgenommen. Er wird ins Präsidium gebracht. Während die Ärzte in der Klinik um das Lebend ihres Patienten kämpfen, sichern Polizisten die Spuren am Tatort. Das Restaurant wird komplett geräumt. Niemand kommt mehr rein. Polizisten nehmen die Personalien der Gäste auf. Die ersten Zeugen werden an Ort und Stelle von Kripobeamten vernommen. Die Mordkommission ist eingeschaltet, sie nimmt noch in der Nacht die Ermittlungen auf.

Der Zustand von Giacomo A. verschlechtert sich im Lauf des Samstags zusehends. Die Ärzte können ihm nicht mehr helfen. Am Nachmittag hört das Herz von Giacomo A. auf zu schlagen. Die Staatsanwaltschaft ordnet eine Obduktion an. Rechtsmediziner sollen herausfinden, ob der 41-Jährige in Folge der Schläge starb. Möglich wäre auch, dass er mit dem Kopf gegen einen Stuhl- oder Tischkante stürzte. Das Ergebnis der Obduktion wird für heute erwartet.

Angaben zum Tatverlauf machen die Ermittlungsbehörden nicht. „Es sind noch nicht alle Zeugen vernommen“, sagt ein Polizeisprecher, „deshalb können wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details nennen.“ Am Sonntag erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen David M. wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Zur Begründung heißt es, er habe eine Prügelei begonnen, in deren Verlauf der 41-Jährige zu Tode kam.

 

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