Blutergüsse, Infektionen und Fettembolien So schlimm können die Folgen von Po-OPs sein

Per Fadenlifting kann ein Hinterteil in Form gebracht werden. Dabei schiebt der Arzt dünne Fäden unter die Haut, die dort eine Art Gerüst bilden und so für eine Straffung sorgen. Foto: Jörg Koch/dpa-tmn

Was nicht passt, wird passend gemacht - nach diesem Motto legen sich Patienten Tag für Tag unters Messer, um vermeintliche Makel korrigieren zu lassen. Ein besonders beliebter Trend sind Popo-Auffüllungen und Hintern-Straffungen, die mittlerweile auch von deutschen Ärzten durchgeführt werden. Wer sich hier aber einen schmerzlosen Eingriff mit schnellen Resultaten erhofft, wird enttäuscht, denn Po-OPS sind mit enormen Risiken und Einschränkungen verbunden.

 

München - Eine weit verbreitete Methode, um den Hintern in Form zu bringen, ist die Auffüllung mit Eigenfett, erklärt Markus Klöppel, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Dabei entnimmt der Arzt Fett zum Beispiel aus den Oberschenkelaußenseiten. Dieses wird dann in mikroskopisch kleine Zellverbände zerlegt und ins Gesäß gespritzt.

Risiken und Nebenwirkungen dieses Eingriffs sind dabei nicht gerade gering: zum einen birgt eine mehrstündige Vollnarkose ein grundsätzliches Risiko, zum  anderen entstehen starke Schmerzen, vor allem an der Stelle, an der das Fett entnommen wurde. "Mögliche Nebenwirkungen sind außerdem Schwellungen, Blutergüsse, Spannungsschmerzen, Ölzysten, Infektionen und Fettembolien", erläutert Torsten Kantelhardt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie. 

Kosten für Eigenfettbehandlungen: 3.500 Euro aufwärts

Zudem sind die Patienten im Anschluss an den Eingriff eine Woche lang arbeitsunfähig und dürfen sechs Wochen lang keinen Sport treiben. Für wochenlange Einschränkungen, Schmerzen und zahlreiche Risiken darf man außerdem tief in den Geldbeutel greifen: Eigentfettbehandlungen kosten je nach Aufwand ab 3.500 Euro. Für ein dauerhaft gutes Ergebnis wird außerdem empfohlen, den Eingriff ein bis zwei Mal zu wiederholen. Wen diese Kosten abschrecken, der sei gewarnt: "im Ausland gibt es zwar viele Billigangebote, doch kennzeichnen sich diese durch deutlich schlechtere Qualitätsstandards", gibt Kantelhardt zu bedenken.

Fadenlifting deutlich kostengünstiger

Eine Methode, die zumindest das eigene Konto mehr schont, ist die Hintern-Straffung durch das sogenannte Fadenlifting: 2.000 bis 2.500 Euro kostet das Verfahren, bei dem ein Arzt dünne Fäden unter die Haut schiebt, wo diese anschließend verankert werden. "Die Fäden bilden dann ein Gittergerüst, welches eine Straffung bewirkt. Nach und nach wird das Fadenmaterial vom Körper aufgenommen und stimuliert die Produktion von Bindegewebe", erklärt Hans-Peter Schoppelrey vom Haut- und Laserzentrum München. Nachteil: Das Ergebnis ist erst nach einem Jahr sichtbar, nach zwei bis vier Jahren baut der Körper die Fasern aber schon wieder ab.

Da Eingriffe wie Fadenlifting und Eigenfettauffüllung nicht medizinisch notwendig sind, trägt der Patient neben den Kosten auch mögliche Konsequenzen. Läuft etwas schief, kann die Krankenkasse Patienten in die Pflicht nehmen. Kommt es zum Beispiel zu einer Infektion, muss der Betroffene möglicherweise für einen Teil der Behandlungskosten selbst aufkommen.

Alternativer Weg zum Knack-Po: Sport

Für alle, die mit ihrer Kehrseite unzufrieden, aber von Po-OPs mittlerweile abgeschreckt sind, kommt jetzt die gute Nachricht: es gibt einen altbewährten nicht-invasiven Weg zum straffen Hinterteil: Sport! Mit gezieltem Training kommt man nicht nur um einiges kostengünstiger weg, es gibt auch keine unangenehmen Nebenwirkungen, den gelegentlichen Muskelkater mal ausgeschlossen. Valerie Börnström von der Fitness-Kette Mrs. Sporty empfiehlt für einen knackigen Po auf Kräftigungstraining zu setzen. Dabei soll aber nicht nur das Gesäß, sondern auch der untere Rücken, seitliche und tiefliegende Bauchmuskeln sowie das Zwerchfell gestärkt werden, um ein optimales Resultat zu erzielen. Am besten eignet sich dafür umfassendes Karfttraining oder eine Kombination aus Gerätetraining und Yoga.

Es braucht also gar keine langwierigen und schmerzhaften OPs - der Knack-Po ist nur ein paar Kniebeugen entfernt!

 

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