Blüten-Prozess Auf der Jagd nach Wechselgeld

Ein Bulgare (31) zockt Geschäfte mit Blüten ab – dafür bekommt er nur eine Bewährungsstrafe

 

MÜNCHEN Das Gericht machte gestern kurzen Prozess: Wegen Beihilfe zur Geldfälschung in 23 Fällen wurde Blagoy P. (31) zu einem Jahr und sechs Monaten Haft zur Bewährung verurteilt. Er hatte unter anderem in München mit 200-Euro-Blüten eingekauft.

Seine Masche funktionierte folgendermaßen: Der Kopf der Bande hatte sich im März 2007 in Bulgarien 150 gefälschte 200-Euro-Noten besorgt – für 8400 Euro, also nur knapp ein Drittel des Nennwerts von 30000 Euro. Ein Busfahrer schmuggelte das Falschgeld dann nach Innsbruck. Blagoy P. und ein Komplize sollten nun in deutschen und österreichischen Geschäften mit dem Falschgeld Waren im Wert von etwa 20 Euro kaufen, das Wechselgeld von 180 Euro einstreichen und ihrem Auftraggeber zukommen lassen. Dafür erhielten sie laut Anklage zehn Prozent des Nennwerts.

Es lief gut für die Blüten-Bande. Zunächst hatte das Duo in Innsbruck neun Scheine losgeschlagen, dann fuhr man nach Bayern weiter. In München erwischte es einen Call-Shop, außerdem Drogeriemärkte, Apotheken, Lebensmittelläden und ein kleines Musikgeschäft. Insgesamt ließen sich in München neun Verkäufer von den falschen Scheinen täuschen.
Dann zogen der 31-Jährige und sein Komplize weiter. In Augsburg und Regensburg landeten weitere zum Teil mit Haarspray bearbeite Blüten in den Geschäftskassen. Niemand schöpfte Verdacht. An die 5000 Euro echtes Wechselgeld konnte Blagoy P. seinem Auftraggeber nach Bulgarien zurückbringen und wurde dafür entlohnt.

Dass sich das Gericht nicht lange mit der Beweisaufnahme aufhalten musste, lag an dem umfassenden Geständnis des Angeklagten. Das wurde ihm honoriert und die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt. 

 

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