Blockabfertigung im Pfingstverkehr Mega-Stau-Ärger: Österreich wehrt sich gegen Scheuer-Kritik

Ein Blick am Pfingstsamstag auf die A8 bei Rosenheim. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Stau-Ärger zwischen Deutschland und Österreich zu Pfingsten. Weil das Nachbarland an den Hauptreisetagen auf Blockabfertigung von Lkw besteht, übt Verkehrsminister Scheuer Kritik, der Tiroler Landeshauptmann wehrt sich. 

 

Kiefersfelden - Die Pfingstreisewelle hat Autofahrer im Süden Deutschlands hart getroffen. Wegen der Blockabfertigung von Lastwagen an der Grenze zu Österreich stockte der Verkehr am Samstag sowohl auf der Inntalautobahn A93 als auch auf der Autobahn 8. Trotz Vorankündigung gab es Staus von über 30 Kilometern, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Montag sagte.

Die Tiroler Landesregierung hatte für den Samstag nur einer bestimmten Anzahl Lastwagen pro Stunde die Einreise nach Österreich erlaubt, um dort die Autobahnen zu entlasten. Auch auf österreichischer Seite standen Autos und Lastwagen in beiden Richtungen, wie ein Sprecher der Polizei Tirol sagte. Am Grenztunnel Füssen im Allgäu (A7) ließ die österreichische Polizei nur eine bestimmte Zahl von Lkw einreisen. Auch dort waren Staus die Folge.

Scheuer: Blockabfertigung verstößt gegen EU-Recht

Für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verstößt die Blockabfertigung von Lastwagen an der österreichischen Grenze gegen EU-Recht, wie er am Freitag sagte. Dies sei absolut inakzeptabel und eine massive Störung des deutschen Urlaubsverkehrs. Scheuer forderte die Österreichische Bundesregierung auf, diese Praxis zu beenden.

Der Landeshauptmann von Tirol, Günther Platter, warf Scheuer am Samstag vor, die Interessen der Lastwagenlobby über das Wohl der Anwohner zu stellen. Die Bevölkerung des Inntals leide unter der Umweltbelastung. Die EU-Kommission habe die Rechtmäßigkeit solcher Blockabfertigungen mehrfach bestätigt.

Wegen der Kombination von sommerlichen Temperaturen und Staus hatten sich die Behörden mancherorts schon auf die Ausgabe von Getränken an Autofahrer vorbereitet, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sagte. Dies sei jedoch nicht nötig gewesen.

 

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