Blitzkritik Mit der Tür ins Haus

Illustration Foto: Ronald Zimmermann

Die Farce „Zimmer 35“ von Stephanie Pedros bei Heppel & Ettlich

 

Wie es ist, wenn jemand mit der Tür ins Haus fällt, wollte man schon immer mal sehen. Das geht jetzt bei der Farce „Zimmer 35“ im Heppel & Ettlich: Der neue Patient einer noch unerfahrenen Psychotherapeutin leidet – trotz erheblicher Erektionsschwierigkeiten – an einer Überdosis von selbstbewusstem Machismo und kann nicht einmal eine Tür öffnen, ohne schwere Verwüstungen zu hinterlassen.

Die britisch-deutsche Filmemacherin und Autorin Stephanie Pedros inszenierte ihr Debüt als Dramatikerin selbst, löst aber auch als Regisseurin das Grundproblem ihres Texts nicht: Obwohl die Dialoge in besseren Momenten fast Woody-Allen-Qualitäten erreichen, zünden sie nicht. Ziellos schlingern die Texte um die Figuren herum, ohne sie wirklich kenntlich zu machen. Eine erzählerische Struktur, die Impotenz, Überheblichkeit, Versagensängste und schließlich auch noch auftretenden Terrorismus stimmig zusammenbringen, fehlt. Da haben auch Orsa Repp als Therapeutin und Markus Schmädicke als Patient keine Chance. (bis 24. April, Mi – Sa 20 Uhr).

Mathias Hejny

 

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