Blitzkritik Lach & Schieß: "Und wir kamen aus dem Wasser“

Neues Watergate? Kabarettist Ecco Meineke Foto: Thomas Gaulke

Ecco Meineke wagt sich mit seinem ersten Kabarettsolo „Und wir kamen aus dem Wasser“ auf eine abenteuerliche Spurensuche nach Wasser und seiner Bedeutung für unseren blauen Planeten.

 

Wenn einem nach der Pleite nur noch ein Agent für Arbeit namens Hartz bleibt, ist die Lage prekär. Im Sprung von der Brücke sieht Ecco Meineke den letzten Ausweg. Da flüstert ein Schutzengel – oder eine Nixe? –: „Und wir kamen aus dem Wasser“. Ecco Meineke ist – auch als Musiker Ecco DiLorenzo – seit 30 Jahren in der Kleinkunstszene präsent und gehört seit 2004 zum Ensemble der Lach & Schieß. Hier wagt er sich mit seinem ersten Kabarettsolo auf eine abenteuerliche Spurensuche nach Wasser und seiner Bedeutung für unseren blauen Planeten.

Seine satirisch-absurde Weltreise führt ihn durch Beton- und Sandwüsten, an Stauseen, nach Brasilien, wo der Regenwald verschwunden und der Amazonas zu verkaufen ist, bis an den Nordpol zum Eisbären Lars. Meineke packt anstrengend viel Information in seinen Kapitalangriff auf unsere Gesellschaft. Die Pipeline-Propagandisten Putin, Gerhard Schröder und Joschka Fischer nennt er „Spritisten“, und wenn mit dem Schmelzen des Grönland-Eises der Meeresspiegel um sieben Meter steigt, erlebt New York ein neues Watergate.

Nach der Pause schippert er als Käptn der Caravelle „Antica Capitalista“ über die Meere. Er will die Caiman-Inseln, das Paradies der Vermögenspiraten, sprengen, nimmt dann aber doch Kurs auf Somalia, wo vor der Küste Atommüll verklappt wird. Mit Wortwitzen und Kalauern spinnt er sein Seemannsgarn zur komisch-bösen Piraten-Saga aus, die im Frontex-Grenzbüro endet. Und damit auch klar wird, wie ernst es ihm ist, singt er frei nach Hans Albers: „Ich werde das System schon noch erschüttern, keine Angst, keine Angst vor Attac!“

Gabriella Lorenz

Lach- und Schießgesellschaft, bis Samstag, 20 Uhr, Tel. 39 19 97

 

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