Blitzermarathon in München Wenn’s im Schneegestöber plötzlich auch noch blitzt...

Polizisten überprüfen einen getunten BMW – der Fahrer wird offenbar öfter aufgehalten. Foto: rah

24 Stunden Blitzer-Marathon: Von 6 bis 6 Uhr schaut die Polizei in gang Bayern ganz besonders genau auf Temposünder - die AZ hat eine Kontrollstelle am Wintrichring in Moosach besucht.

 

Bei Fischern auf hoher See würde man das Beifang nennen. Der BMW-Fahrer, den die Polizei am Mittwoch beim Blitzermarathon am Wintrichring hinter dem Westfriedhof rausziehen, ist dagegen ein Pechvogel. Denn zu schnell war er nicht, dafür ist einiges an seinem getunten Flitzer nicht koscher. Die fast bauchhohe Shisha-Pfeife, die der Münchner im Kofferraum liegen hat, interessiert die Beamten dabei am wenigsten. "Die ist legal", sagt der Polizist, legt den Kopf etwas schräg und hört auf das satte Röhren der beiden Auspuffrohre.

Die Drosselklappen scheinen ausgehängt. Das ist bei Motorsport-Fans ein beliebter Trick. "Der Sound wird dadurch lauter", sagt der Beamte. Und was ihn auch stört, ist der fette Aufkleber "BMW Scene", der auf der Windschutzscheibe parallel zur A-Säule klebt. Auch das ist verboten. Die Liste der Mängel wird immer länger. Der BMW-Fahrer ist Kummer gewöhnt. Kontrollen kennt er. Deshalb hat er im Handschuhfach einen blauen Schnellhefter mit allen Unterlagen, über die Dinge, die an seinem Flitzer alles verändert wurden.

Gleich nebenan steht ein 72-jähriger Münchner an seinem Saab. Robert B. kommt von Ikea. "15 Sachen war ich zu schnell", sagt er gelassen, "kostet mich 25 Euro". Wann er zuletzt geblitzt wurde, weiß der gebürtige Amerikaner nicht. Ist schon Jahre her. So wie ihm ist es einer Menge Münchner gestern ergangen. Die Polizei hat an über 100 Orten in der Stadt kontrolliert. Dabei gingen den Beamten viele Raser ins Netz.

 

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