Blindgänger beim Deutschen Museum Entschärfung gescheitert - So geht's heute Abend weiter

Im Innenhof des Deutschen Museums ist ein Baggerfahrer auf eine Weltkriegsbombe gestoßen. Foto: rah

Eigentlich wollen Bauarbeiter im Innenhof des Deutschen Museums einfach nur einen Gully versetzen, doch dann stoßen sie auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Da die Bombe zerbrochen ist, kann sie nicht konventionell entschärft werden.

 

München – Gegen 10:30 alarmieren die Bauarbeiter die Museumsleitung sowie Polizei und Feuerwehr über ihren Fund. Dann geht alles ganz schnell: Innerhalb von lediglich 15 Minuten verlassen rund 1.000 Besucher und 250 Mitarbeiter die Gebäude des Deutschen Museums. Die Evakuierung läuft ohne Zwischenfälle ab; bei den entsprechenden Durchsagen hat man extra das Wort „Bombe“ vermieden, um keine Panik auszulösen.

Bombe in mehrere Teile zerbrochen


Als der Sprengmeister des Kampfmittelräumdienst die Bombe untersucht, stellt er schnell fest, dass es sich um einen sogenannten Zerscheller handelt. So bezeichnen die Fachleute Blindgänger, die beim Aufschlag auf den Boden in mehrere Teile zerbrochen sind.

Obwohl die Bombenteile lediglich rund einen Meter unter der Erde liegen, ist zunächst nicht klar, ob sich in den Fragmenten tatsächlich noch ein Zünder und Sprengstoff befinden. Nach ausgiebiger Untersuchung und weiteren Grabungsarbeiten steht schließlich fest: Es handelt sich um eine amerikanische 250-Kilo-Bombe mit 120 Kilogramm Sprengstoffanteil, von denen noch 40 Kilo Kontakt zu dem voll funktionstüchtigen Zünder haben.

Vor der Entschärfung wird die Bombe erst mal geputzt


Dementsprechend ist eine Entschärfung nötig. Die Polizei evakuiert nach der Museumsinsel schließlich auch noch die gegenüberliegende Erhardstraße zwischen der Ludwigs- und der Corneliusbrücke. Zusätzlich wird die Bevölkerung über die offizielle Katastrophen-Warn-App Katwarn informiert.

Gegen 13:30 Uhr beginnt der Sprengmeister dann mit den finalen Vorbereitungen für die Entschärfung: Er legt den Zünder komplett frei und "putzt" die Bombe, damit ihn Dreck und Steinchen nicht bei der filigranen Arbeit behindern.

Zünder verkantet, Entschärfung unmöglich


Zunächst läuft alles nach Plan, doch dann die große Ernüchterung: Der Zünder ist derart verkantet, dass er nicht einfach aus der Bombe geschraubt werden kann! Damit ist eine sichere Entschärfung vor Ort nicht mehr möglich.

Laut Sprengmeister geht von der Bombe allerdings auch keine Gefahr aus, solange keine kinetische Energie auf den Zünder einwirkt, also solange der mechanische Aufschlagzünder nicht durch einen Schlag oder eine ähnliche Erschütterung ausgelöst wird.

Abtransport im Spezialfahrzeug


Gegen 20:30 Uhr, wenn die Straßen nicht mehr mit Berufsverkehr verstopft sind, soll die Bombe nun mit einem Spezialfahrzeug abtransportiert werden. In dem Fahrzeug wird sie komplett erschütterungsfrei gelagert, zusätzlich sichert eine Polizei-Eskorte die explosive Fracht.

Die Bombe soll zu einem Sprengbunker in Oberschleißheim gefahren und dort dann kontrolliert zur Explosion gebracht werden.

Die Sperrung der Erhardtstraße wird wieder aufgehoben.

 

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