Blick in die Zukunft CSU will digitale Identität für alle Münchner

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Die CSU will in den nächsten Jahren möglichst digital werden. (Symbolfoto) Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Die neuen Forderungen der CSU steuern auf ein zukunftsorientiertes München hin. Beispielsweise soll jeder Münchner eine "Digitale Identität" bekommen.

 

München - Von wegen "Wieder München werden" – wie die CSU auf Wahlplakaten für sich wirbt. Das mehrteilige Antragspaket, das CSU-Stadträte am Donnerstag eingereicht haben, heißt im Kontrast dazu: "München wird digital". Die Forderungen, federführend von Stadträtin Sabine Bär, scheinen eher auf ein futuristisch-virtuelles als traditionell-gemütliches München abzuzielen.

Der erste Antrag: Jeder Münchner soll eine digitale Identität bekommen – die "Digitale Bürger-ID". Mit dieser Identität kann der Münchner von morgen dann digital Verträge unterschreiben, elektronisch bei Wahlen abstimmen oder online Verwaltungsdienstleistungen in Anspruch nehmen.

Dazu passend: Die E-Akte, die München einführen soll, fordert Sabine Bär. Denn aktuell würden die digitalen Daten der Stadt für eine leistungsfähige Digitalisierung nicht ausreichen, schätzt Bär ein. "Die Verwaltung in München leidet in vielen Bereichen darunter, dass keine durchgängige E-Akte in der Stadt zur Verfügung steht", sagt Bär. Das gestalte die stadtinterne Datenbeschaffung oft sehr zeitaufwendig.

Münchens "digitaler Zwilling" soll Planungsprozesse erleichern

Zudem soll die Stadtverwaltung einen "digitalen Zwilling" der kompletten Stadt erstellen. Heißt: München soll komplett digital und in 3D abgebildet werden – mit allen wichtigen Attributen der Stadt wie Häusern, Straßen, Bäumen, Schildern und Ähnlichem. "Hierbei sollen auch umfassende Simulationen von Veränderungen in der Infrastruktur – wie Baustellen oder Baumaßnahmen – festgehalten werden", fordert Sabine Bär.

So aufwendig das auch klingt, verspricht die Stadträtin: "Der Ausbau des digitalen Zwillings würde der Stadt einen erheblichen Mehrwert liefern." Sämtliche Planungsprozesse würden erleichtert.

Auch die Stadt als Arbeitgeberin soll Vorreiterin werden – wenn es nach Bär geht. "Alle Mitarbeiter sollen bis spätestens 2022 mit Handys und Tablets ausgestattet sein", sagt Bär. Das sei gleich im doppelten Sinne eine Investition in die Zukunft. Denn dadurch könnten Mitarbeiter häufiger flexibel von daheim arbeiten – die städtischen Arbeitsplätze würden dadurch attraktiver, glaubt Bär.

 

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