Bis zu 70 Prozent Umsatzeinbußen München: Pschorr-Wirt klagt auf Corona-Haftung

Hüseyin Ince ist Redakteur im Lokalressort der Abendzeitung.
"Der Pschorr"-Chef Jürgen Lochbihler (rechts) fordert einen Ausgleich des Verdienstausfalles durch Corona. Foto: Daniel von Loeper

Jürgen Lochbihler, Wirt vom "Der Pschorr", fordert von der Versicherung, den Verdienstausfall wegen Corona auszugleichen.

 

München - Der Wirt der Gaststätte "Der Pschorr" am Viktualienmarkt ist frustriert. Bis zu 70 Prozent Umsatzeinbußen muss Jürgen Lochbihler kompensieren, wie so viele seiner Kollegen. Der Schaden ist enorm. Das müsste gemäß Lochbihler aber gar nicht so sein.

Denn eigentlich hat der Wirt schon vor Jahren eine Versicherung abgeschlossen, die ihn vor solch höherer Gewalt wie Corona schützt und den Verdienstausfall ausgleicht. Doch das Unternehmen weigere sich zu haften – so wie bei vielen von Lochbihlers Münchner Kollegen. Wie die Versicherung heißt, sagt der Der-Pschorr-Chef nicht. Aber er hat sie verklagt und gibt sich kampfeslustig: "Das streite ich gegen diese Winkeladvokaten aus, egal wie lange es dauert."

Unterschiedliche Klauseln: Dehoga kann nur schwer aktiv werden

Auch der Verband der Wirte und Hoteliers fordert, den Verdienstausfall durch Corona auszugleichen. Doch viele Unternehmen weichen weiterhin aus. Angela Inselkammer, Bayern-Chefin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, ist wütend. "Da erfüllen die Versicherungen mal wieder das Klischee", sagt sie, "bei Sonnenschein spannen sie den Regenschirm auf, bei Regen klappen sie ihn zam."

Der Dehoga mache zwar Druck. Es sei aber schwierig, als Verband aktiv zu werden, da die Einzelverträge der Gastwirte und Hoteliers so unterschiedliche Klauseln hätten. Man solle die vereinbarten Verträge erfüllen, die volle Summe leisten und sich nicht hinter Detail-Formulierungen verstecken, sagt die bayerische Dehoga-Chefin.

29 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading