Billigstrom-Anbieter Teldafax & Co.: Die Tricks der Anbieter

Tausende ehemalige Teldafax-Kunden warten auf ihr Geld von der Pleite-Firma. Wie Sie als Verbraucher unseriöse Anbieter leichter erkennen können.

 

München - Neben Teldafax musste auch der Billigstrom-Anbieter Flexstrom im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Auch hier wurden die Kunden um Vorkasse gebeten. Mit der Firmen-Zahlungsunfähigkeit fangen für die Verbraucher dann die Probleme an.

„Bei Insolvenzen zeigen unsere Erfahrungen, dass die Kunden kaum eine Chance haben, an ihr Geld zu kommen“, sagt Tatjana Halm, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern zur AZ. Die Verbraucherschützerin gibt im Zusammmenhang mit Billigstrom-Anbietern einen ganz grundsätzlichen Tipp: „Immer auch das Kleingedruckte in Verträgen oder bei Angeboten lesen.“

Besondere Vorsicht gilt nicht nur bei bei den Vorauszahlungen, sondern auch bei der Erwähnung von Boni-Zahlungen. Diese werden oft erst ein Jahr nach Vertragsabschluss ausgezahlt – bis dahin darf nicht gekündigt werden. Und ein möglicher Gewinn durch den Bonus wird oft im zweiten Vertragsjahr durch die Stromrechnungen neutralisiert.

Auch Begriffe wie „Kaution“ und „Paketpreis“ sollten den Verbraucher stutzig und aufmerksam werden lassen. Ist mit dem Anbieter ein Festpreis ausgemacht, kann auf der einen Seite der zu viel gezahlte Betrag verfallen. Auf der anderen Seite muss ein möglicher Mehrverbrauch teuer nachgekauft werden.

Halm rät auch, auf so genannte Preisanpassungsklauseln zu achten. Preisgarantien bei schwankenden Strompreisen und Freikilowattstunden sind kritisch zu bewerten. Generell gilt: „Angebote, die 250 Euro Preisvorteil und mehr versprechen, sind in der Regel unseriös“, so Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Es wird empfohlen, zunächst einen Ein-Jahresvertrag abzuschließen, ein Sonderkündigungsrecht bei Preissteigerungen sollte drin sein. Ganz wichtig bei einem Anbieter-Wechsel: Der Verbraucher sollte sich vorher bei mehreren Vergleichsportalen im Netz informieren.

Halm rät, bestimmte Voreinstellungen in der Suchabfrage (Vorauszahlung, Paketpreis etc.) auszuschalten. Die Ergebnisse sollten dann noch auf der Firmenwebseite überprüft werden. Und noch mehr Eigeninitiative kann vor Tricksern schützen. „Rufen Sie bei dem Anbieter an und testen Sie so schon die Service-Qualität“, schlägt Halm vor. Auch einfaches Googlen der Firma hilft.

 

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