Bildergalerie Dick und gesund! Der Trend zu mehr Kurven

Mit ihrer Körperfülle liegt Beth Ditto, Sängerin der US-Indie-Rockband Gossip, voll im Trend zur üppigen Leibesfülle. Hier rockt sie bei einem Auftritt im österreichischen Skiort Ischgl (Tirol) beim traditionelle Ski-Opening. Foto: dpa

Aufatmen nach den üppigen Ostertagen: Leicht Übergewichtige leben im Durchschnitt länger. Fitness ist für die Gesundheit viel wichtiger als das Körpergewicht.

 

München - Schoko-Eier, Sand-Lämmer und Oster-Fladen auf dem Tisch – und bei vier Tagen Sonne satt gehörte dann noch ein täglicher Besuch im Biergarten zum Pflichtprogramm? Das ist schön – hat aber Folgen. Nach einem herrlichen Osterwochenende zwickt die Hose mehr denn je, die Pfunde auf den Hüften halten sich hartnäckig.

Doch keine Panik! Eine Diät muss nicht sein – denn ein paar Kilo zu viel schaden niemandem. Mit einer gewissen Körperfülle lässt es sich sogar sehr gut leben, solange man nicht immer mehr zunimmt.

Eine leichte Form von Übergewicht (Body Mass Index 25-30) sehen Mediziner längst nicht mehr unbedingt als Problem an. Eine Studie des US-amerikanischen „Center for Disease Control“ zeigte: Leicht Übergewichtige leben länger. Sie starben zwar genauso häufig an Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Normalgewichtige, aber seltener an anderen Leiden.

Die Dünnen sind also – entgegen lang verbreiteter Meinungen – nicht unbedingt die Gesunden. Leibesfülle könnte also durchaus wieder als Statussymbol herhalten. Das bestätigt auch eine der größten europäischen Langzeitstudien weltweit, die EPIC-Studie von 2008. Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung konnten nachweisen, dass Männer mit einem BMI von 25,3 – also mit geringem Übergewicht – die beste Aussicht auf ein langes Leben haben.

Ein Freifahrts-Schein für die Couch sollte das trotzdem nicht sein, sagt Dr. Gudrun Starringer, Ernährungsmedizinerin an der Technischen Universität München. Denn: „Im Querschnitt haben übergewichtige Menschen ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu bekommen.“ Verringert werden kann dieses Krankheits-Risiko jedoch ganz einfach: durch Bewegung. Wer dick und sportlich ist, lebt oft gesünder als normalgewichtige Sofa-Fans.

Studien des „Cooper Institute“ in Dallas belegen: Wer sich genug bewegt, kann so dick sein, wie er will. Denn körperlich leistungsfähige Menschen werden nicht so schnell krank wie unfitte Menschen. Untersuchungen belegen: „Unfitte Dünne sterben fünfmal häufiger einen vorzeitigen Tod als Fitte mit großem Bauchumfang“, sagt der US-Mediziner Steven Blair. Wer sich bewege, halbiere sein Risiko, früher zu sterben. Nur abzunehmen, werde dagegen kaum belohnt.

Fitness ist für die Gesundheit also wichtiger als Gewicht. Das konnten Wissenschaftler auch für die Krankheiten belegen, für die Dicke besonders anfällig sind. Wer ein paar Pfunde zu viel mit sich trägt, aber regelmäßig Sport treibt, hat das gleiche Risiko, Diabetes zu bekommen wie unsportliche Normalgewichtige. Die Gefahr, an einer Herz-Kreislauf-Störung zu erkranken, ist bei übergewichtigen Sportlern sogar geringer.

Woran das liegt? Sport ist definitiv eine gute Herzmedizin und trainiert die gesamte Muskulatur. Körperliches Training beeinflusst die Bluttfettwerte positiv, erhöhte Blutzuckerwerte nehmen ab, Entzündungsstoffe verringern sich und die Blutgefäße werden elastischer. Der Stoffwechsel kommt in Gang, die ganze Durchblutung des Körpers verbessert sich – so versteifen die Gefäße nicht und Blutgerinnseln wird vorgebeugt. „Körperliche Bewegung verringert die Risikofaktoren bei Übergewichtigen auf jeden Fall“, sagt Starringer. „Das gilt auch dann, wenn man nicht abnimmt“. Und gute Laune macht Sport sowieso – ebenso wie Schokolade.

 

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