Bilder: Massensturz Martin: Radprofis gehen bei Tour hohes Risiko

"Wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen. Sicherlich geschehen auch deswegen die vielen Stürze", sagt Tony Martin. Gut 55 Kilometer vor dem Ziel der dritten Etappe der Tour de France kommt es bei Tempo 42 zu einem schweren Massensturz. Gelbträger Fabian Cancellara überschlägt sich, später kommt die bittere Diagnose: Zwei Rückenwirbel gebrochen. Das Aus. Foto: dpa

Nach dem schrecklichen Massensturz bei der Tour de France schlägt Tony Martin Alarm. "Wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen", sagt der deutsche Radprofi.

 

Huy - Radprofi Tony Martin führt die häufigen Stürze in der Anfangsphase der Tour de France auf die erhöhte Risikobereitschaft der Fahrer zurück.

"Bei der Tour ist jeder vier bis sieben Meter später an der Bremse als anderswo. Dort gilt umso mehr: Wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen. Sicherlich geschehen auch deswegen die vielen Stürze", sagte Martin in einem Interview der "Welt".

Auf der dritten Etappe am Montag war der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister auf dem Weg nach Huy dem Massensturz entgangen, bei dem sich der im Gelben Trikot fahrende Fabian Cancellara überschlug. Der Schweizer brach sich zwei Lendenwirbel und musste die Tour aufgeben. Auch mehrere andere Fahrer können die Frankreich-Rundfahrt verletzt nicht mehr fortsetzen.

"In die Tour gehst du halt mit der Gewissheit, in der ersten Woche sehr wahrscheinlich mindestens einmal, zweimal auf dem Pinsel zu liegen", erklärte Martin. "Das Kuriose ist, dass du dir sagst: "Für die Tour lohnt sich das." Also, sicherlich nicht die Stürze an sich, aber zumindest das Risiko." Eine Niederlage in der Tour sei nur schmerzlich zu verkraften.

"Gerade wenn ich weiß, dass ich in der einen oder anderen Situation mit etwas mehr Risiko eine bessere Position hätte erreichen können", sagte Martin, der die Gesamtführung am Montag nur um eine Sekunde verpasst hatte.

 

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