Biergarten-Geschichte aus der Maxvorstadt Der Lieblingsbiergarten meines Vaters

Im Kühlen unter Kastanien sitzen und entspannen: Im Augustiner Biergarten. Foto: AZ (Archivbild)

AZ-Leserin Heidi Moser-Spamer erinnert sich an den Lieblingsbiergarten ihres Vaters und Anekdoten vom Stammtisch.

 

Maxvorstadt - Mehr als 30 Jahre verbrachte mein Vater seine Sommernachmittage und -abende im Augustiner-Biergarten in der Arnulfstrasse.

Stolz war er auf seinen Stammtisch, bemalt mit den weiß-blauen Farben des Münchner Himmels und den eingebrannten Namen aller Stammtischler.

Ich habe als Kind viele, viele Sommertage mit ihm im Biergarten verbracht. Es gab einen schönen Spielplatz dort.

Wenn mein Vater gut drauf war, kündigte er in mittlerweile noch besserer Bierlaune sein Kunststück an: die karierte Tischdecke mit einem Ruck wegziehen und keiner der gut gefüllten Maßkrüge durfte dabei umfallen. Es klappte nie!

Immer fielen alle Krüge um, alles schwappte über und es gab eine Riesenüberschwemmung.

Der Geni, unserer Bedienung, war's "wurscht", brachte sie halt neue frische Maßen, natürlich auf Vaters Kosten.

In all den Jahren konnte ihn nichts stoppen, kein scharfer Blick meiner Mutter, nicht die Einwände der Stammtischspezln. Bei einem gewissen Quantum Edelstoff musste er wieder sein Kunststück vorführen. Leider klappte es tatsächlich nie und der Krach zu Hause war vorprogrammiert.

Jetzt ist er schon über ein Jahr tot. Aber seine Stammtischbrüder schmunzeln immer noch milde in lieber Erinnerung an ihn.

 

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