Betrug in München „Rate mal, wer dran ist!" Die Maschen der Betrüger

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.

Gezielt suchen sie sich am Telefon und an der Haustür ältere Menschen aus, um an ihr Erspartes zu kommen – die AZ verrät die gängigsten Maschen. Und gibt Tipps, wie man sich wehrt

 

München - Ihre Maschen sind dreist, gemein, hinterhältig. Betrüger erschleichen sich das Vertrauen von meist älteren Münchnern und bringen sie rücksichtslos um ihr Erspartes. Heuer zählt die Münchner Polizei bereits 298 Fälle des so genannten „Enkeltricks“.

17 Mal hatten die Verbrecher damit Erfolg. So funktioniert der Trick: Am Telefon geben sich die Betrüger als ein Verwandter, meist Enkel oder Neffe, aus. „Rat mal, wer dran ist!“, sagen sie oft. Nennt man dann einen Namen aus dem Verwandtenkreis, gibt sich der Täter als diese Person aus. Die veränderte Stimme erklärt der Betrüger durch eine schlechte Telefonverbindung oder Erkältung. Dann bittet der angebliche Enkel oder Neffe um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall oder Wohnungskauf.

Kurz vor dem Treffen kommt noch ein zweiter Anruf: Der Enkel ist verhindert und schickt einen Freund oder Vertrauten. Dann folgt die Übergabe – das Geld sieht der Betrogene nie wieder. Auf diese Art haben Münchner heuer insgesamt bereits mehr als 505000 Euro verloren. Siebenmal mehr als im gesamten vergangenen Jahr.

Deshalb schlägt die Polizei jetzt Alarm und startet gemeinsam mit dem Münchner Sicherheitsforum und der Hypo Vereinsbank eine groß angelegte Aufklärungskampagne.

Das rät die Polizei: Die Verbrecher suchen gezielt nach älter klingenden Namen. Ändern Sie deshalb Ihren Telefonbucheintrag, indem sie den Vornamen abkürzen, zum Beispiel in G. Müller. Im Internet unter www.polizei.bayern.de/ findet man ein Formular dazu. Oder Sie schicken einen Brief mit der Bitte um Änderung Ihres Telefonbucheintrags an: Deutsche Telekom Medien GmbH, Kundenservice, Wiesenhüttenstraße 18, 60329 Frankfurt.

Seien Sie misstrauisch, wenn jemand Geld von Ihnen will. Sind Sie unsicher, rufen Sie Verwandte oder gleich die Polizei. Geben Sie keine Auskunft über ihre familiären und finanziellen Verhältnisse. Doch nicht nur am Telefon, auch vor der Haustür lauern Betrüger, die ältere Menschen um ihre Geld bringen wollen.

Die AZ zeigt auf dieser Seite die gängigsten Maschen.

 

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