Besuch auf der Geburtsstation Helios Klinikum: Wie im Wellness-Hotel

Hallo auf der Welt, kleiner Mann! Mutter Theresa und Vater Max Morozowicz mit dem vier Tage alten Anton im Klinikum. Foto: Daniel von Loeper

Das Helios Klinikum hat seine Geburtsstation aufwendig erneuert. Mit alten Kreißsälen hat das alles nicht mehr viel zu tun – und Väter dürfen im Doppelbett schlafen.

Pasing - Der Baby-Boom hält an: 18.100 Babys kamen vergangenes Jahr in München zur Welt. Und immer seltener liegen junge Mütter nach der Geburt in altmodischen, engen Mehrbettzimmern im Neonlicht.

Denn: Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit – und eine Geburt etwas Natürliches. "Alte Kreißsäle hatten oft einen Waschküchen-Charakter: mit kleinen Fließen an der Wand, ganz ohne Fenster", erinnert sich Dr. Sabine Keim, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Helios Klinikum München West (400 Betten).

Jetzt hat ihr Krankenhaus in Pasing nach umfangreicher Renovierung vier helle, schicke und moderne Geburtszimmer eröffnet – für alle Frauen in den Wehen, egal, ob gesetzlich oder privat versichert. Den Müttern, ihren Partnern, und zehn freiberuflichen Hebammen, bietet das Krankenhaus nun eine behagliche, sogar luxuriöse Atmosphäre: Der Boden hat eine Holzoptik: Eiche, geweißt.

Das Geburtsbett ist hochmodern – verstellbar und mit Griffen. Eine gute Soundanlage steht zur Verfügung. Das kann wichtig sein, da eine normale Geburt zwischen zwei und 27 Stunden dauern kann. Das angeschlossene Badezimmer hat etwas von einem Wellness-Hotel: Schwarz schimmern die großflächigen Bodenfließen, in der Dusche glänzen hochwertige Armaturen.

"Wenn eine Frau Wehen hat, braucht sie keinen Raum mit Knöpfen und Schläuchen. Ruhe und Zeit ist die Devise, das erhöht die Chance auf eine unkomplizierte Geburt", meint Oberarzt Dr. Christian Höpfner zu der schönen Umgebung.

Vor fünf Tagen hat Geburtshelfer Höpfner im Haus den kleinen Anton – per Notkaiserschnitt – auf die Welt holen müssen. Weil die Herztöne des Babys im Bauch besorgniserregend langsam geworden waren. Antons Mutter, Theresa von Morozowicz (36), geht es inzwischen "sehr, sehr gut". Sie kommentiert: "Ich bin so dankbar, dass die Ärzte Anton innerhalb von sieben Minuten im OP geholt haben." Bei der Geburt wog er 3650 Gramm. Er ist ganz fit und weint bis jetzt wenig.

Familienzimmer für mehr Geborgenheit

Viele junge Paare scheuen die typische Krankenhaus-Atmosphäre – gerade nach der Geburt: Sie vermissen das Zusammensein, die Ruhe, die eigenen Sachen, die Gemütlichkeit daheim – und natürlich Platz, wenn die lieben Besucher ins Krankenhaus schwärmen: Geschwister, Eltern, Freunde, Arbeitskollegen – alle wollen das neue Baby eigentlich sofort sehen.

Familienzimmer geben nun mehr Geborgenheit: Damit Eltern mit ihrem Neugeborenen tatsächlich von der ersten Stunde an zusammen sind, hat die Geburtshilfe im Helios Klinikum München West jene vier Familienzimmer eingerichtet. Ein Krankenzimmer mit einem kommoden Doppelbett? Das wirkt kurios – ist aber gut eingefühlt in die besonderen Bedürfnisse von Neu-Eltern. Die Idee ist innovativ und von anspruchsvollen Paaren schon lange gewünscht. Bademäntel liegen bereit. Designerlampen erleuchten den Nachttisch. An einem Haken von der Decke hängt für den Säugling das "Moseskörbchen" – in dem das Baby im Raum schwingen kann.

Natürlich muss man sich den Luxus leisten können: In den großzügigen 33-qm-Zimmern gibt genug Platz und eine extra Sitzecke, wenn die Verwandtschaft zum Gratulieren einfällt. Die Zuzahlung: Für Normalversicherte sind das 170 Euro pro Paar pro Tag – mit einer Vollpension und allem inklusive. Hebamme Anni Rieck will in einer bewegenden Zeit Geborgenheit geben. Sie sagt: "Ich weiß, was hier passiert. Jede Geburt ist ein einzigartiges Erlebnis". Die Hebamme ist auch Künstlerin. Die 45-Jährige durfte viele Ecken und den Gymnastikraum mit Bildern und Objekten "energetisieren". Mit ihrer Kunst will sie eine ausbalancierte, behagliche Stimmung schaffen: "Eine stille Harmonie", wie sie sagt: Warme Erdtöne treffen auf Gold oder Kupfer, Holz geht in Korrespondenz mit transparentem Japanpapier. Ihre Plastiken sind weit weg vom typischen Klinikambiente mit Desinfektionsmittel-Geruch.


Die Prognose für die Helios-Familienzimmer ist: Mutter-Vater-Kind bleiben drei Tage. Dann hat das Baby bei den Kinderärzten der Klinik die U2-Gesundheits-Untersuchung bereits hinter sich. Und selbst nach Kaiserschnitt gehen Mütter inzwischen meist am dritten Tag heim. Eva von Steinburg Info-Abend für werdende Eltern mit Kreißsaalführung: Mittwoch, 29. 11. und 20. 12, um 18.30 Uhr (Steinerweg 5). Info zur Geburtsvorbereitung Tel. 8892 - 23 29

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