Berufsschulzentrum Nordhaide Weiß, hell, schlicht

Das berufliche Schulzentrum an der Nordhaide, Schleißheimer Straße 510, eröffnet im September 2015. Foto: Lisa Marie Albrecht

Das berufliche Schulzentrum an der Nordhaide wird im September eröffnet. Ein Rundgang durch den 50-Millionen-Bau.

München – Der Kontrast ist nicht zu übersehen, wenn man auf der Schleißheimer Straße im Münchner Norden an der quietschbunten Fassade des „Mira“ Einkaufszentrums vorbeiläuft – und nur wenige Meter weiter das strahlend weiße Gebäude des neuen beruflichen Schulzentrums an der Nordhaide aufragt. Die schlichte Fassade wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas nüchtern, dient jedoch dazu, sich klar vom Nachbargebäude zu unterscheiden: „Wir wollen uns auch mit der Farbigkeit von den übrigen Gebäuden abgrenzen. Die Farben ergeben sich aus den verwendeten Materialien“, sagt Baureferentin Rosemarie Hingerl. Dazu gehören vor allem Naturstein, helles Holz und Glas. Das neue Schulzentrum ist modern und schlicht gehalten – schließlich soll die Schüler möglichst wenig vom Lernen abhalten.

Ab September ziehen drei Schulen in die Räumlichkeiten in der Schleißheimer Straße 510 ein: Die Städtische Robert-Bosch-Fachoberschule für Wirtschaft (FOS) mit 809 Schülern in 30 Klassen, die Städtische Berufsoberschule der Ausbildungsrichtung Wirtschaft (BOS) mit 472 Schülern in 20 Klassen und, als kleinste, die Städtische Fachakademie für Heilpädagogik (FAH) mit 45 Schülern in zwei Klassen. Insgesamt bedeutet das 1326 Schüler, die von etwa 100 Lehrkräften betreut werden. Die einzelnen Schularten sind weitgehend unabhängig voneinander: Im Erdgeschoss findet die FAH Platz, das erste und zweite Obergeschoss wird von der BOS, das zweite bis vierte von der FOS belegt. Jede Schulart hat ihre eigene Verwaltung und eigene Unterrichtsräume.

Besonders für die Robert-Bosch-Fachoberschule dürfte das neue Schulzentrum eine deutliche Entlastung sein. Der bisherige Standort in der Lindwurmstraße 90 platzt aus allen Nähten, da die Schülerzahlen in die Höhe schießen. Dass immer mehr Schüler den Weg zum Abitur über Berufs- und Fachoberschulen gehen, kann Bürgermeisterin Christine Strobl bestätigen: „Mittlerweile gibt es fast eine Angleichung zwischen Schülern vom Gymnasium und denen, die auf anderem Weg eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben.“ Wer die Mittlere Reife gemacht hat, kann auf BOS und FOS die Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife erwerben.

Dass nun auch der Münchner Norden diese Möglichkeit bietet, freut Strobl ganz besonders. Und: Das vom Stadtrat bewilligte Budget von 60 Millionen Euro soll um etwa zehn Millionen unterschritten worden sein. Nicht schlecht.

Im Grunde ist jetzt alles fertig: Die holzverkleidete Aula, die Platz für bis zu 500 Besucher bietet und mit moderner Bühnentechnik ausgestattet ist, der Speisesaal mit Küche, der 150 Berufsschülern Platz bieten soll und die Dreifachturnhalle mit verglaster Tribüne für 140 Zuschauer. Bis Ende des Jahres soll auf dem Schulvorplatz noch das Kunstwerk „Baumschule“ entstehen: ein „gekipptes Klassenzimmer“ als Wahrzeichen für Unterricht, Begegnung und Bildung. Am Freitag feiert das Schulzentrum Richtfest.

 

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