Berühmte Reklame verschwunden Licht aus! Der Osram-Schriftzug am Stachus ist weg

, aktualisiert am 05.09.2019 - 16:16 Uhr
"Hell wie der lichte Tag", stand hier jahrzehntelang. Das ist vorbei. Foto: Petra Schramek

Der berühmte Osram-Schriftzug am Stachus ist verschwunden – und wird auch nicht mehr wieder kommen! Grund dafür ist unter anderem der Denkmalschutz.

 

München - Er gehört zu München wie der Marienplatz oder der Englische Garten: Der Osram-Schriftzug "Hell wie der lichte Tag", der jahrzentelang am Stachus hing.

Jetzt gibt es die berühmten Leuchtbuchstaben nicht mehr zu bewundern – Handwerker haben den Schriftzug Anfang der Woche abmontiert.

Osram wollte den Schriftzug austauschen und die veralteten Leuchtstoffröhren durch neue, klimafreundlichere LED-Lichter ersetzen. Wie ein Unternehmenssprecher auf AZ-Nachfrage mitteilte, sind die Leuchtstoffröhren Einzelanfertigungen, die jedoch immer mal wieder ausgetauscht werden müssten. "Aus wirtschaftlichen und technischen Gründen war das nicht mehr rentabel", so der Sprecher.

Neuer Schriftzug scheitert am Denkmalschutz

Für die notwendige Modernisierung musste das in München sitzende Unternehmen mit der Stadt in Verbindung treten – es ging um den Denkmalschutz.

Die dafür zuständige Behörde, das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, teilte auf Nachfrage der AZ mit, dass Osram die denkmalrechtliche Erlaubnis für die Demontage der Reklame erhalten und vollzogen habe. Für die Neuerrichtung mit LED-Lichtern habe das Unternehmen jedoch nicht alle notwendigen Unterlagen eingereicht. Der Modernisierungsantrag war dadurch "leider unvollständig" und somit nicht genehmigungsfähig.

"Eine abschließende Prüfung sei noch nicht erfolgt", so Planungsreferats-Sprecher Thorsten Vogel. Bisher gab es lediglich Beratungsgespräche. In diesen soll Osram zufolge jedoch schnell klar geworden sein, dass der neue Schriftzug aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht genehmigt werden würde. Diverse Aspekte hätten laut Vogel "problematisch sein können" – unter anderem hätten die LED-Lichter möglicherweise greller geleuchtet als die Leuchtstoffröhren.

Von vornherein verboten hat die Denkmalschutzbehörde die neue Osram-Reklame also nicht. Das Unternehmen selbst sah aufgrund der behördlichen Bestimmungen jedoch keine Chance, den neuen Antrag erfolgreich durchzubringen.

Das passiert jetzt mit dem Osram-Schriftzug

Ein neuer Antrag zur Anbringung des Schriftzugs wurde laut Vogel noch nicht eingereicht. Und dabei wird es wohl auch bleiben: Dem Osram-Sprecher zufolge wird der historische Schriftzug, der seit Ende der 50er Jahre am Stachus hing, nun restauriert. Anschließend sollen Teile davon im Ausstellungsbereich des Unternehmens untergebracht werden.

Der Stachus wird in Zukunft also ohne Osram auskommen müssen.

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