Beleidigungen des Direktors Klinikum Großhadern: Klinik-Krach - Neues Urteil

Hat Ärger: Gerd Koslowski, kaufmännischer Direktor im Klinikum Großhadern. Foto: ddp/imago

Zoff in Großhadern: Es geht um angebliche Beleidigungen des Direktors. Eine Kroatin bekam vor Gericht jetzt teilweise Recht. Eine Abwmahnung muss gestrichen werden.

 

MÜNCHEN - Im Streit um Mobbing-Vorwürfe, angebliche Ausländerfeindlichkeit und Abmahnungen im Klinikum Großhadern haben gestern wieder die Richter gesprochen. Die Kroatin Mirjana Jaman (52), die gegen ihren mächtigen Boss, den kaufmännischen Direktor Gerd Koslowski (41), geklagt hatte, bekam teilweise Recht. Eine weitere Abmahnung muss aus der Personalakte gestrichen werden. Eine Entschädigung wegen Diskriminierung sprach ihr der Richter aber nicht zu.

Der Dauer-Clinch zwischen der ehemaligen Leiterin der Geschäftsstelle mit über 100 Beschäftigten und dem kaufmännischen Direktor, der Chef von mehr als 7000 Klinik-Mitarbeitern ist, dauert bereits fünf Jahre. Wie berichtet, wollte Gerd Koslowski der heute 52-Jährigen im Dezember 2007 kündigen. Am 6. Dezember rief er sie zu sich ins Büro. Das folgende Vier-Augen-Gespräch stellen beide unterschiedlich dar. Die frühere Vize-Ausländerbeauftragte der Stadt München, Mirjana Jaman, behauptet, Gerd Koslowski habe sie gefragt, ob sie einen Übersetzer brauche, obwohl er die Kroatin bereits mehrmals getroffen hatte und wissen musste, dass sie perfekt deutsch spricht. Er soll ihr gesagt haben, dass er für das, was er vorhabe, jüngere Leute brauche. Und dann – so der Vorwurf – fragte er noch, ob sie als Ausländerin überhaupt so eine große Abteilung leiten könne.

Gerd Koslowski bestreitet die Anschuldigungen: „Das ist überhaupt nicht mein Stil. Dass ich ausländerfeindlich sein soll oder was gegen Frauen – oder ältere Frauen – hätte, ist absurd!"

In einem Gespräch mit der Polizei sagte Jaman unter anderem den Satz: „Er (Koslowski, d. Red.) nutzt seine Machtposition rücksichtslos aus. Er benimmt sich wie der liebe Gott. Ich frage mich, ob er krank ist.“ Koslowski beantragte Akteneinsicht, las die Aussagen und veranlasste mehrere Abmahnungen. Dagegen klagte Mirjana Jaman.

Nachdem bereits eine andere Richterin eine der Abmahnungen für „unbegründet“ hielt, lautete gestern die Entscheidung: Noch eine weitere muss weg. Der Richter liegt im Krankenhaus, ließ das Urteil von einer Kollegin verkünden. Die Urteilsbegründung folgt schriftlich. Nun bleibt noch die Abmahnung mit dem „lieben Gott“ in den Personalunterlagen – eine Richterin hatte entschieden, dass sie „ehrverletzend“ sei. Mirjana Jaman will weiterkämpfen und mit ihrem Anwalt Harald Schmid Berufung einlegen.

 

14 Kommentare