Beine und Kopf abgerissen Obermenzing: Schwan am Schloss Blutenburg zerfetzt - Waren es Tierquäler?

Schwäne auf der Würm am Schloss Blutenburg. Jetzt wurde hier ein schrecklich zugerichtetes Tier gefunden (kleines Bild). Foto: imago/Reinhard Kurzendörfer, privat, AZ-Montage

Eine Münchnerin findet beim Spazierengehen einen schrecklich zugerichteten toten Schwan an der Würm. Waren es Tierquäler?

 

Obermenzing - Beide Beine abgerissen, die Flügel gebrochen, lag der kopflose Torso am Ufer der Würm im Gras gleich hinter dem Schloss Blutenburg.

Tierschützerin findet schlimm zugerichteten toten Schwan

Gabi A. war schockiert, als sie am Donnerstag vergangener Woche den toten Schwan fand. Sie war mit ihren beiden Hunden beim Gassigehen, als sie gegen 14.20 Uhr am Ufer der Würm eine Pause einlegte. Gleich neben einer Bank lag der Vogel. "Es war ein furchtbarer Anblick. Diese schrecklichen Verstümmelungen, überall klebte Blut", erzählt die 48-Jährige aus München.

Gabi A. schlug sofort Alarm. Sie lief in die Schlossschänke. Dort traf sie den Hausmeister. Der wollte den Kadaver entsorgen, doch da hatte die Tierschützerin massive Bedenken. Sie hatte einen schlimmen Verdacht und wollte deshalb nicht, dass der Schwan einfach so im Müll landet.

Schwäne wurden zuvor bereits tyrannisiert

Im Sommer hatte Gabi A. an derselben Stelle, wo sie jetzt den toten Vogel gefunden hatte, zwei junge Männer beobachtet. Sie hatten einen Kasten Bier dabei, der fast vollständig geleert war. "Die waren um die 20 Jahre alt und haben die Schwanenfamilie regelrecht tyrannisiert", erinnert sich die Münchnerin. Vor allem auf die fünf Küken hatten sie es abgesehen.

Gabi A. griff ein. "Ich rufe die Polizei, wenn ihr damit nicht aufhört", drohte sie. Die 48-Jährige hatte ihr Handy bereits aus der Tasche geholt und den Polizeinotruf 110 gewählt, als ihr einer der Männer das Smartphone aus der Hand riss. Zu dem Polizisten am anderen Ende der Leitung in der Einsatzzentrale sagte er frech: "Du blöder Bulle, wenn du kommst, sind wir schon lange weg."

Dann legte er auf und machte sich zusammen mit seinem Spezl davon. Als wenig später eine Streife der PI 45 aus Pasing eintraf, waren die Männer verschwunden.

Tierquälerei nicht ausgeschlossen

Ob der Vorfall vom letzten Sommer mit dem grausam zugerichteten Schwan tatsächlich in Verbindung steht, ist unklar. "Die Beamten haben sich das Tier angesehen", sagt Polizeisprecher Dennis Bora. "Möglich wäre, dass der Schwan von einem streunenden Hund angegriffen wurde, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass ein Mensch das Tier zu Tode gequält hat." Denkbar wäre, dass der tote Vogel von einem Tier gefunden wurde und den Kadaver angefressen hat. Mit Sicherheit feststellen lässt sich das nicht mehr.

Gabi A. ist felsenfest davon überzeugt, dass ein Tierquäler den Schwan zu Tode gemartert hat. Die Münchnerin fürchtet, dass auch die restliche Vogelfamilie inzwischen nicht mehr am Leben ist. Weder der zweite erwachsene Schwan noch die fünf Küken hat sie bisher an der Würm wieder gesehen. "Ich hoffe, dass sie nicht auch getötet wurden", sagt die Münchnerin. Gabi A. will auf jeden Fall die Augen offenhalten, wenn sie in nächster Zeit mit ihren Hunden am Schloss Blutenburg wieder Gassi geht.

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