Beim Spenden abgezockt Taschendiebstahl in Marienkapelle: Münchnerin verfolgt Täter auf dem Fahrrad

Die Marienkapelle in der Karlstraße: Hier wurde am Sonntag eine 68-jährige Österreicherin beklaut. Foto: rah

Ein Taschendieb klaut in der Marienkapelle einer österreichischen Touristin ihren Geldbeutel - eine Zeugin nimmt die Verfolgung auf.

 

Maxvorstadt - Ein jeder kennt den Spruch: Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort. So lief es auch im Fall eines 42-Jährigen, der eine tiefgläubige Katholikin am Sonntag beim Beten in der Marienkapelle der Abtei St. Bonifaz den Geldbeutel klaute.

Die 68-jährige Margarethe H. besuchte direkt nach der Sonntagsmesse in der Abtei in der Karlstraße um kurz nach 12 Uhr die Kapelle der Kirche, um dort zu beten. Sie entzündete vor dem Bildnis der Gottesmutter Maria eine Kerze. 50 Cent kostet so ein kleines Teelicht. Wie alle anderen Gläubigen steckte sie die Münze in den Schlitz des Opferstocks am Kerzenhalter.

"Ich war so in Gedanken vertieft, dass ich den Mann gar nicht bemerkt habe", sagte Margarethe H. zur AZ. Doch der Mann beobachtete ganz genau, dass die 68-Jährige den Geldbeutel in ihre Umhängetasche zurücksteckte und sich dann zum Beten niederkniete. Er schlich sich von hinten an die Frau heran und schnappte sich aus der Tasche den Geldbeutel.

"Du sollst nicht stehlen", heißt es im siebten Gebot – erst recht nicht in einer Kirche. Und vor allem sollte man keinen Gläubigen beim Beten beklauen. Das hätte der 42-Jährige mal lieber beherzigen sollen.

Zwei Zeugen halfen, den Dieb zu stellen

Doch der Dieb war so sehr in seine Missetat vertieft, dass er nicht mitbekam, wie ihm die göttliche Gerechtigkeit quasi über die Schulter blickte. Eine Krankenpflegerin (54) die am Sonntagmittag ebenfalls in der Messe war, sah den Diebstahl und beobachtete auch, wie der Täter sich mit seiner Beute auf leisen Sohlen aus der Kirche stahl.

Die Münchnerin folgte dem Dieb auf die Karlstraße, schnappte sich ihr Radl und folgte dem 42-Jährigen unauffällig. Von unterwegs aus rief sie den Polizeinotruf. In knappen Worten schilderte sie, was sie beobachtet hatte, dass sie dem Täter folge und wo er sich gerade befinde. Die Polizei schickte sofort einen Streifenwagen.

Die Krankenpflegerin bat einen Passanten, den sie zufällig auf der Straße traf, ihr zu helfen. Der Mann war sofort bereit, den Dieb festzuhalten, bis die Polizei eintraf. Anschließend verschwand der helfende Engel. "Wir suchen den Mann als Zeugen", sagt Polizeisprecher Ronny Ledwoch.

Statt Fegefeuer und Verdammnis erwartet den Geldbeutel-Dieb erst einmal ein Gerichtsverfahren. Bis dahin sitzt er in einer Zelle in der JVA Stadelheim.

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