Bedarf bei Müttern mit Kindern Steigende Nachfrage beim Münchner Kälteschutzprogramm

Wenn es draußen kalt ist, kann es für Obdachlose schnell gefährlich werden. Die Stadt bietet deshalb in den Wintermomnaten eine Unterkunft an. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Das Münchner Kälteschutzprogramm war in dieser Saison stark gefragt, ergibt die aktuelle Bilanz der Stadt. Auch Alleinerziehende mit Kindern griffen verstärkt auf das Angebot zurück.

 

München - Um Obdachlose vor extrem kalten Temperaturen im Winter zu schützen, gibt es das jährliche Kälteschutzprogramm in der Landeshauptstadt. Diesmal dauerte es bis zum 30. April: Seit 1. November haben Angaben der Inneren Mission zufolge 3.111 Erwachsene insgesamt 60.346 Nächte auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne verbracht.

Rund die Hälfte der Nutzer stammen aus Rumänien und Bulgarien

Rund die Hälfte der Obdachlosen kam aus Rumänien und Bulgarien und fünf Prozent aus Italien. Elf Prozent waren deutsche Staatsangehörige. Gut die Hälfte der Personen übernachte höchstens neun Nächte am Stück; ein Viertel allerdings auch länger als einen Monat. Auch viele alleinerziehende Mütter, Väter mit Kindern und Schwangere nahmen das Angbot in Anspruch. Im Kälteschutz in der Bayernkaserne, der heuer zum fünften Mal angeboten wurde, können gleichzeitig maximal etwa 850 Menschen untergebracht werden. Die durchschnittliche Belegung pro Nacht lag bei 333 Personen.

Wie das Sozialreferat mitteilte, ist die Auslastung der Unterkunft gegenüber dem Vergleichszeitraum der letzten Kälteschutzperiode leicht gestiegen. Dies betrifft vor allem die Gruppe der alleinstehenden Männer und die Gruppe der alleinerziehenden Frauen und Männer mit Kindern. Bei den Familien war die Nachfrage nach Kälteschutzplätzen rückläufig.

Wegen eisiger Temperaturen: Kälteschutzprogramm läuft einen Monat länger als sonst

Zum Vergleich: Im Winter 2014/2015 waren die Kälteschutzräume in 152 Nächten geöffnet, dabei wurden 3.018 obdachlosen Menschen (Alleinstehende sowie Mütter, Väter, Kinder) insgesamt 58.375 Übernachtungen ermöglicht. Angesichts der kalten Temperaturen im April lief das Kälteschutzprogramm diesmal bis Ende April und damit um einen Monat länger als sonst.

Das Kälteschutzprogramm der Landeshauptstadt München bietet allen Menschen, die keinen Anspruch auf Unterbringung in den regulären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe haben oder diese nicht nutzen wollen, einen Übernachtungsplatz. Zudem erfolgt - über die Kälteschutzperiode hinaus - eine ganzjährige Beratung ("Schiller 25") für Zuwanderinnen und Zuwanderer aus EU-Ländern, die in München keine Wohnung finden.