Bayernweites Netzwerk Männerbeauftragte: Gemeinsames Sorgerecht für Unverheiratete

Matthias Becker, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Bayern (LAG). Foto: Daniel Karmann/dpa-Archivbild

Ledige Väter seien beim Sorgerecht von der Zustimmung der Mutter abhängig, selbst wenn sie die Vaterschaft anerkennen, sagt Matthias Becker, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Bayern.

 

Nürnberg - Männerbeauftragte in Bayern fordern ein gemeinsames Sorgerecht für unverheiratete Eltern. Es sei nicht angemessen, wenn Mütter automatisch das alleinige Sorgerecht erhalten, wenn sie nicht mit dem Vater des Kindes verheiratet sind, sagte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Bayern (LAG), Matthias Becker.

Anders als verheiratete Väter seien ledige Väter beim Sorgerecht von der Zustimmung der Mutter abhängig, selbst wenn sie die Vaterschaft anerkennen. Wollten Väter das Sorgerecht einklagen, müssten sie vor Gericht begründen, warum es für das Kindeswohl besser sei, wenn sie sich an der Erziehung beteiligen.

Politische Lobby für Jungen, Männer und Väter

"Das ist diskriminierend. Begründet werden müsste doch vielmehr, warum ein Vater das Sorgerecht nicht bekommen soll", erläuterte der Männerbeauftragte der Stadt Nürnberg, der im Februar zusammen mit 16 weiteren Kollegen die Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Bayern (LAG) gründete.

Mit dem landesweiten Netzwerk soll die Arbeit der Männerbeauftragten gebündelt und Jungen, Männern und Vätern eine politische Lobby gegeben werden. "Wir wollen ein Sprachrohr für Jungen und Männer sein und Politik und Öffentlichkeit für deren Belange sensibilisieren", sagte Becker.

Bayern sei eines der letzten Bundesländer, in dem es für die Interessen von Männern bisher kein landesweites Netzwerk gegeben habe. Gesellschaftliche Stereotypen führten dazu, dass Männer in vielen Bereichen benachteiligt werden, etwa als Opfer von häuslicher Gewalt. Oder wenn sie vom Arbeitgeber kritisch beäugt würden, wenn sie nach der Geburt eines Kindes Erziehungszeit beantragten.

 

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