Bayerns Sozialministerin Haderthauer: Sie war am Knast-Handel beteiligt

Christine Haderthauer und ihr Mann Hubert: Beide waren an einer Firma beteiligt, die mit Modellautos eines Dreifachmörders handelte. Die Sozialministerin stieg offenbar zuerst ein. Foto: Helmut Reister

Die heutige Ministerin investierte in den Handel mit Modellautos eines dreifachen Mörders. Der psychisch kranke Roland S. erhielt dafür eine Vorzugsbehandlung – und sogar Freigang

Ansbach/Ingolstadt Die Sozialministerin schweigt, aber ihr Gatte packt aus: Christine Haderthauer war an den Knast-Geschäften mit Luxus-Modellautos beteiligt. Laut Berichten des „Stern“ bestätigte ihr Mann Hubert Haderthauer, dass die CSU-Politikerin sogar noch vor ihm bei dem Unternehmen „Sapor“ eingestiegen sei.

Die Firma „Sapor“ handelt mit Modellautos, die von Häftlingen in der geschlossenen Psychiatrie gefertigt werden. Oberster Modellbauer ist Roland S. (74), ein psychisch gestörten dreifacher Mörder.

Bis 2008 gehörte „Sapor“ dem Psychiater Hubert Haderthauer. Von der Gründung Anfang der Neunziger bis zum Jahr 2001 soll aber nur Christine Haderthauer Gesellschafterin der Firma gewesen sein. Sie habe einen Anteil von 50000 Mark an „Sapor“ gehalten. Das Gründungskapital stamme von Christine Haderthauer und deren Familie.

Seine Frau sei aber nie wirklich für „Sapor“ tätig gewesen, meint Hubert Haderthauer. Es sei allein seine Sache gewesen. 2001, als seine Frau ihre politische Karriere begann, habe er die Firmenanteile von ihr übernommen und diese 2008 schließlich weiterverkauft. Damals wurde Christine Haderthauer bayerische Sozialministerin.

Diese Angaben wollte die AZ im Gewerberegister von Ingolstadt, wo die Firma ihren Sitz hat, überprüfen. Doch der Leiter des dortigen Gewerbeamts verweigerte der AZ die Einsicht in die Akten.

Zu den fragwürdigen Geschäften werden aber immer mehr Details bekannt. Laut der „Neuburger Rundschau“ genoss Roland S. wegen seiner Modellbau-Dienste wohl eine Vorzugsbehandlung. Roland S. soll zu Modellbau-Recherchen Freigang erhalten und Museen besucht haben. Auch Hubert Haderthauer war mit den Mörder außerhalb der Klinik unterwegs: „In irgendeiner Wirtschaft, mit Begleitperson“, erinnert er sich.

Die Zeitung berichtet außerdem, dass bei Roland S. 1998 ein Generalschlüssel für alle Fenster des Krankenhauses sichergestellt worden sei. Zudem habe er einen Schlüssel zum Büro der Arbeitstherapiegruppe gehabt. Pakete für Roland S. sollen von der Sicherheitskontrolle ausgenommen gewesen sein.

Hubert Haderthauer will von alldem nichts wissen. Dabei soll es innerhalb der Klinik sowie im Bezirkstag von Mittelfranken mehrmals Streit um die Sicherheit der Werkstatt gegeben haben Die Regierung von Oberbayern fordert nun eine Stellungnahme von Hubert Haderthauer.

 

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