Bayerns Krankenhäuser im Umbruch Wie weit wird der Weg zur Klinik?

Im Sommer sorgte die Schließung des Krankenhauses Hersbruck (Nürnberger Land) für Aufruhr. Droht dies auch anderen Kliniken? Foto: Nicolas Armer/dpa

Bayerns Krankenhäuser sind im Umbruch. Viele kleine rechnen sich nicht mehr - und müssen im ärgsten Fall schließen. Was nun zu tun ist.

 

München - Der Unmut sitzt bei Siegfried Hasenbein noch tief. Im Juli sorgte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung für Aufsehen, der zufolge mehr als jedes zweite Krankenhaus obsolet ist – und deshalb geschlossen werden müsse. Ein Ergebnis, das Hasenbein, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), auf keinen Fall unterschreiben will. "Selbsternannte Experten überbieten sich darin, eine immer noch niedrigere Zahl der angeblich notwendigen Kliniken in die Diskussion zu werfen", so Hasenbein im Münchner Presseclub. Dabei, so sein Credo, bleibe jedoch der Bürger auf der Strecke. Denn für ein versorgungsgerechtes Netz müssten regionalen Einflüsse bedacht werden.

Kleine Kliniken: Zunehmende Finanzierungs-Probleme

Welche Entfernungen mute ich den Bürgern, insbesondere im ländlichen Raum in Bayern, zu? Wie ist die Demografie? Wie sind Rettungsdienste aufgestellt? Diese Fragen gilt es laut BKG zu bedenken. Während etwa Oberbayern und der Großraum München einen Bevölkerungsboom erlebten, gebe es in Oberfranken oder der nördlichen Oberpfalz eher eine stagnierende oder sogar negative Bevölkerungsentwicklung, sagt Hasenbein der AZ.

Doch auch in letzteren Regionen muss die Grundversorgung gewährleistet sein – obwohl gerade kleine Kliniken mit geringen Patientenzahlen zunehmend Probleme haben, sich über Wasser zu halten. Sie kämpfen mit Personalmangel und hohen Kosten, um die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen.

Krankenhäuser: Grundversorgung muss erhalten bleiben

Was also ist zu tun, um ein Sterben der kleinen Kliniken zu verhindern? Hasenbein plädiert für einen "Mittelweg": In einem Flächenstaat wie Bayern brauche es ein Netz aus Grundversorgern und größeren, spezialisierten Zentren. Denn, räumt Hasenbein ein: Die Diskussion um bessere Patientenversorgung durch Fokus auf wenige Krankenhäuser habe "einen wahren Kern". Die Rechnung ist simpel: Wenn nur wenige Krankenhäuser bestimmte Eingriffe durchführen, behandeln sie mehr Fälle – dadurch steigt die Erfahrung der Ärzte und damit die Qualität.

Für die klassische Grundversorgung jedoch braucht es laut BKG zum einen eine Planung – nicht zuletzt im Bereich Personal – die sich am tatsächlichen Bedarf der Klinik orientiert. Zum anderen müsse für die kleinen Krankenhäuser eine auskömmliche Finanzierung gewährleistet sein. Als geeignete Maßnahme sieht Hasenbein etwa die gesetzlichen Sicherstellungszuschläge.

Lob hat der BKG-Chef auch für die bayerische Staatsregierung übrig, die Krankenhausträger bei der Planung unterstützen will und ein Förderprogramm für kleine Krankenhäuser angekündigt hat.

 

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