Bayerns Geschäftsführer im AZ-Interview Marko Pesic fordert: "Charakter, Hunger und Wille"

Marko Pesic fordert eine kämpferische Einstellung gegen Malaga. Foto: Rauchensteiner/Augenklick/AZ

Der Geschäftsführer der Bayern-Basketballer, Marko Pesic spricht hier über Spiel drei gegen Málaga, Bamberg und Pläne mit den Bayern-Fußballern.

AZ: Herr Pesic, hätten Sie nach dem 91:81-Auftaktsieg gegen Málaga gedacht, dass die Eurocup-Viertelfinalserie noch einmal mal zum dritten und entscheidenden Spiel (Mi.,20 Uhr, Pro7 MAXX und telekombasketball.de) nach München zurückkommt?
MARKO PESIC: Das haben wir uns nicht gewünscht, aber es war realistisch. Es ist eine tolle Mannschaft, die unglaublich schwer zu spielen ist. Wir hatten unsere Emotionen in Spiel zwei in Málaga (67:82; d.Red.) nicht immer unter Kontrolle. Daraus werden wir unsere Lehren ziehen.

Das Entscheidungsspiel am Mittwochabend wird auch der gesamten Saison eine klare Tendenz geben, oder?
Fakt ist, dass es ein wichtiges Spiel ist, ein Endspiel ums Halbfinale. Wenn wir es dorthin schaffen würden, wäre das ein Riesenerfolg. Das ist das Einzige, worüber wir nachdenken. Wenn wir ein paar Dinge besser machen, haben wir mit unseren Zuschauern im Rücken gute Chancen.

"Schönspielerei" entscheidet nicht

Wird es ein Charaktertest für Ihre Mannschaft?
Wir haben uns im zweiten Spiel zu viel durch Schiedsrichterentscheidungen und so weiter aus unserem System rausbringen lassen – sowohl physisch als auch mental. Das darfst du in einem solchen Spiel nicht zulassen. Ich hinterfrage nicht den Charakter unserer Spieler, der stimmt, aber es ist schon ein Spiel, das man auch mit Mentalität gewinnen muss. Es wird nicht nur durch Schönspielerei entschieden, sondern eben durch Charakter, Hunger, Wille und all diese Attribute.

Am Sonntag musste der FC Bayern 40 Stunden nach Spiel zwei noch in der Liga in Bremen bei Bremerhaven ran und gewann mit 108:73.
Wenn wir über Charaktertests sprechen wollen, dann war das einer. Wir hatten von Málaga aus eine lange Reise und sind dort am Samstag erst spät abends angekommen. Es war so ein bisschen Euroleague-Rhythmus mit Freitag-Sonntag. Ich war gespannt, wie die Mannschaft das wegsteckt – und sie hat es hervorragend gemacht. Es war nach dem ersten Viertel klar, dass wir das Spiel gewinnen. Da hat die Mannschaft Charakter gezeigt.

Ihr Coach Sasa Djordjevic sagte allerdings, dass der fahrige Start ins dritte Viertel nicht zu einem Team passen würde, das Großes erreichen möchte.
Da haben wir nicht gut angefangen. Nach dem Motto: Wir führen mit 20 Punkten und machen das schon. Das haben wir aber sehr schnell wieder abgestellt. Von einem großen Team erwartet man, dass es 40 Minuten durchzieht. Wir können uns noch nicht als großes Team bezeichnen. Dafür müssen wir noch ein paar Dinge besser machen. Aber den Umständen entsprechend war das eine gute Leistung.

Zirbes "braucht noch ein bisschen Zeit"

Im nächsten Ligaheimspiel geht es gegen Bamberg. Ist das die letzte Chance auf Platz zwei für Bayern?
Wenn wir in Tübingen verlieren, haben wir die Chance schon vorher vertan. Wir dürfen überhaupt nicht über Bamberg nachdenken. Bis dahin sind – wenn wir sogar das Eurocup-Halbfinale erreichen sollten – hoffentlich noch vier Spiele zu spielen. Danach wird das Duell mit Bamberg dann aber schon ein wichtiges, richtungsweisendes Schlüsselspiel für uns sein – für den zweiten Tabellenplatz, aber auch für das Selbstvertrauen unserer Mannschaft.

Wie zufrieden sind sie bisher mit Neuzugang Maik Zirbes, über den Sie sagen, er könne die Mannschaft auf ein anderes Level heben?
Er braucht noch ein bisschen Zeit, um richtig fit zu werden. Er hat in Spiel eins gegen Málaga eine gute Leistung gezeigt, ist aber noch nicht so weit, die konstant zu bringen. Das wird sicherlich im März, April kommen. Bis zu den Playoffs wird er so weit sein.

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Was halten Sie von Dietrich Mateschitz’ Äußerungen, der sagte, dass er die geplante Multifunktionshalle für 100 Millionen bauen wird und den FC Bayern als Mieter möchte?
Das ist doch eine gute Verhandlungsposition für uns. Aber diese Dinge klärt Herr Hoeneß mit ihm. Das sind schon die beiden Richtigen, die das verhandeln. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die neue Halle kommt. Ich weiß aber nicht, wann – und ob oder unter welchen Bedingungen wir da reingehen.

Demnächst soll ein Basketballspiel gegen Fußballer des FC Bayern stattfinden. Wie konkret sind da die Pläne?
Javi Martínez hat mich darauf angesprochen. Es war seine Idee und ich finde sie gut. Aber wir müssen einen Zeitpunkt finden, wann wir das machen können. Vielleicht nach der Saison. Er meinte: „Das bekommen wir schon hin. Wir müssen spielen!“ Ich habe Javi gesagt: „Gut, wenn du einen Termin findest, machen wir das. Aber du zahlst die Versicherung!“

 

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