Bayerns Basketballer in Zwischenrunde Marko Pesic: "Barca? Real? Das wäre der Hammer!"

Der Sohn und der Vater: Sportdirektor Marko Pesic (l.) und Trainer Svetislav Pesic. Foto: sampics/AK

Nach Malagas Sieg stehen die Bayern vor dem Istanbul-Spiel schon in der Zwischenrunde. Marko Pesic spricht hier über mögliche Gegner in der Euroleague und die Doppelbelastung.

 

AZ: Herr Pesic, Unicaja Malaga hat Schützenhilfe geleistet, Sie stehen schon vor dem Spiel gegen Galatasaray in der Runde der besten 16 Teams in Europa.

MARKO PESIC: Ich freue mich, ganz klar. Organisatorisch ist es jetzt natürlich einfacher. Aber wir werden trotzdem alles versuchen, um heute zu gewinnen – und durch das Spiel dazulernen. Wenn man sieht, wer schon feststeht, ist das eine tolle Sache: Real Madrid, Maccabi Tel Aviv, auch der FC Barcelona könnte noch in eine Gruppe mit uns kommen - das wäre der Hammer, da könnten wir wichtige Erfahrungen sammeln, auch im Hinblick auf die Liga.

Sie haben als Ziel ausgegeben, alle Heimspiele zu gewinnen. Zuletzt gab’s in der Euroleague fünf Pleiten in Serie, auch zu Hause gegen Gora und Piräus. Eine Spitzenmannschaft hätte den Matchball zum Weiterkommen schon früher verwandelt.

Wir können doch in Europa noch gar kein Topteam sein, dafür fehlen uns manchmal noch Erfahrung und Abgeklärtheit. Siena hat beispielsweise zwei Siege in der letzten Sekunde geholt - wir hatten drei knappe Spiele, die wir spät verloren haben. Diese Erfahrungen kann man nicht in einem Buch nachlesen oder in einem Online-Shop kaufen, man muss sie sammeln. Dazu gehören auch Rückschläge.

Wie fällt Ihr Fazit im Hinblick auf die Gruppenphase bis hierhin aus?

Außer der Niederlage zu Hause gegen Gora können wir zufrieden sein. Wenn man sieht, gegen welche Gegner wir gespielt haben, bin ich sogar sehr zufrieden. Wir haben die Marke FC Bayern sehr gut präsentiert.

In der Liga sind Ihre Spieler Super-Stars, international (noch) nicht. Gibt es jemanden, der Sie besonders überzeugt hat?

Es hat mich keiner überrascht im negativen Sinn, die Spieler haben das gebracht, was sie zum jetzigen Zeitpunkt unseres Entwicklungsprozesses leisten können. Und jetzt wird man sehen, wer in der Lage ist, eine Schippe draufzulegen

Sie meinen Malcolm Delaney?

Man muss sehen, wie jung Malcom noch ist (24, Anm. d. Red.). Er übernimmt zum ersten Mal die Verantwortung als Aufbauspieler. Bei seinem Ex-Verein Kiew hatte er nur teilweise dort gespielt. Er macht das ziemlich gut und hat viel Potenzial.

John Bryant überzeugt in der Liga, fehlt ihm auf höchstem internationalen Niveau noch die Athletik?

Er hat unglaubliches Gefühl für den Raum und Ball. Die Schwachpunkte, die er derzeit noch haben mag, kann er ganz gut kompensieren. Je länger die Saison dauert, umso besser wird spielen, das werden Sie sehen. Die Erfahrung aus der Vorbereitung, wie sein Körper auf die Anforderungen in München reagiert, wird ihm ebenfalls helfen.

Sind die Fans auch schon europareif?

Gegen Galatasaray ist der Audi Dome wieder ausverkauft, wir haben in unserer ersten Saison fast 5600 Zuschauer im Durchschnitt - das ist Wahnsinn, wie jetzt auch die Euroleague in der Stadt angenommen wird. Damit hätten wir nicht gerechnet. Spielen wir in unserer vollen Halle, ist alles möglich.

Wirkt sich die Doppelbelastung negativ auf die Liga aus? Nach dem Vechta-Spiel war Trainer Svetislav Pesic sauer, dass man den FC Bayern so nicht präsentieren könne.

Ich kann ihn gut verstehen, denn er will immer das Maximum erreichen, und das ist der richtige Weg. Es ist allen klar, dass du zweimal in der Woche spielst. Darüber beklagt sich auch niemand, und das können wir stemmen. Fragwürdig ist die Konstellation des Spielplans: Spieler brauchen mindestens 48 Stunden zur Regeneration. Wir sind da im Austausch mit der Liga, aber manchmal fehlt dort leider das Verständnis dafür, unter welcher Belastung die Spieler stehen. Aber wenn die Spieler gesund bleiben, werden wir unsere Ziele erreichen.

Und die wären?

Oberste Priorität bleibt die Meisterschaft. Können wir in der Euroleague mithalten? Ja, können wir! Das steht fest. Wir brauchen nicht mehr individuelle Qualität, sondern müssen als Mannschaft wachsen. Wir haben jetzt schon vom Europa-Abenteuer profitiert.

 

 

0 Kommentare