Bayern Polizist ins Gesicht geschossen: Zwölf Jahre Haft

Dennis B. vor Gericht: Er muss zwölf Jahre hinter Gitter Foto: dapd

PASSAU - Verurteilt wegen zweifachen versuchten Totschlags: In Passau verurteilte das Landgericht einen 28-Jährigen, der im September 2009 einen Polizisten mit dessen Dienstwaffe ins Gesicht schoss.

 

Wegen eines Angriffes auf Polizisten in einerPassauer Polizeiwache muss der 28-jährige Dennis B. für 12 Jahre insGefängnis. Das Landgericht Passau verurteilte ihn am Dienstag wegenzweifachen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung,Freiheitsberaubung und Nötigung. Er hatte in der Nacht vom 24. aufden 25. September 2009 einem Polizisten die Dienstwaffe abgenommenund ihn damit in den Kopf geschossen. Später bedrohte er den schwerverletzten Beamten und schoss auf weitere Polizisten, ohne diese zutreffen.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil weitgehend der Verteidigung,die von gefährlicher Körperverletzung, versuchtem Totschlag undFreiheitsberaubung ausgegangen war. Das Strafmaß hatte derVerteidiger ins Ermessen des Gerichts gestellt. "Der Angeklagte hattiefe Schuld auf sich geladen", räumte auch sein Anwalt ein.

Entschuldigung des Angeklagten

Dennis B. hatte sich in seinem letzten Wort in gebrochenemDeutsch entschuldigt: "Es tut mir sehr viel leid. Ich habeverstanden, dass ich einen großen Fehler gemacht habe", sagte er. ImProzessverlauf hatte er abgestritten, gezielt auf Polizistengeschossen zu haben. Auch der Kopfschuss sei keine Absicht gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf zweifachen versuchten Mord undGeiselnahme plädiert und lebenslänglich gefordert. Der Staatsanwalthatte auch deswegen eine so hohe Strafe für angemessen erachtet,weil der Angeklagte sein Opfer "nach dem Schuss noch eine Stunde inseiner Gewalt hatte, massiv bedrohte und weiter quälte. Das Opferrechnete mehrfach mit seinem eigenen Tod." Zudem sei es nicht dasVerdienst des Angeklagten, dass niemand zu Tode gekommen sei.

In der Anklageschrift war ursprünglich sogar von dreiMordversuchen die Rede gewesen. Dass auch der Staatsanwalt nun nurnoch von zweien ausging, lag daran, dass sich einer der Polizistenbereits vor den Schüssen des Angeklagten geduckt haben soll.

dapd

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