Bedenkliche Entwicklung Zahl der Drogendelikte an Bayerns Schulen steigt seit Jahren an

Vor allem Marihuana ist bei Jugendlichen nach wie vor sehr beliebt. Foto: Daniel Karmann/dpa

Es gibt immer mehr Drogenfälle in Bayerns Schulen. Zweifelhafter Spitzenreiter ist nach wie vor Oberbayern.

 

München - Die Zahl der Drogendelikte an Bayerns Schulen hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Waren es 2012 noch 260 Fälle, zählte die Polizei vier Jahre später 464 Verstöße. Das geht aus der Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Markus Rinderspacher hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die meisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz gab es wegen Cannabis: Unter allen Drogenarten lag dessen Anteil im Jahr 2016 bei 73 Prozent, gefolgt von Amphetaminen und Ecstasy mit einem Anteil von neun Prozent. Bei anderen Drogen nahmen die Delikte dagegen ab. Der Polizei waren demnach im selben Jahr keine Fälle von LSD und Heroin an den Schulen bekannt.

Unterfranken als Vorbild

"Der Schulhof der tausend Kiffer und Kokser ist ein Zerrbild, das in der Realität nicht existiert", teilte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Markus Rinderspracher zu den Zahlen mit. Trotzdem forderte er die Staatsregierung auf, die schulische Suchtprävention zu überarbeiten und den neuen Konsumgewohnheiten der Jugendlichen anzupassen.

Die meisten Drogenfunde gab es den Zahlen zufolge über die Jahre hinweg in Oberbayern. Seit 2012 stiegen sie auf mehr als 150 im Jahr 2015, wobei die Fälle 2016 leicht auf 135 zurückgingen. In den Regierungsbezirken Mittelfranken, Niederbayern, Oberfranken und Oberpfalz nahmen die Drogendelikte an Schulen über die vier Jahre hinweg teilweise deutlich zu. In Schwaben lag die Zahl der Verstöße seit 2014 konstant bei 60. Nur in einem Bezirk fand die Polizei seit 2013 weniger Drogen: In Unterfranken sank die Zahl auf unter 35.

 

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