Bayern In der Wanne erdrosselt?

Symbolbild Foto: Martha Schlüter

ROSENHEIM - Eine Frau (25) wird tot in der Badewanne gefunden – jetzt steht ihr Freund vor Gericht. Angeblich hat er sie erdrosselt.

 

War es Mord oder Selbstmord? Die junge Frau wurde an ihrem 25. Geburtstag im Herbst 2009 in Rosenheim tot in der Badewanne gefunden. Was geschehen ist, weiß keiner. Nur der Angeklagte, der Freund der Toten, könnte Licht ins Dunkel bringen.

Seit gestern steht er wegen Mordes vor dem Landgericht Traunstein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem in München geborenen Tunesier Mord aus niederen Beweggründen vor. Der 22-Jährige schweigt dazu. Schuldeingeständnis? Das könnte sich jetzt ändern: Gleich am ersten Verhandlungstag tat sich eine überraschende Alternative auf: Die Frau sei depressiv veranlagt gewesen, Selbstmord steht im Raum oder auch Selbsttötung auf Verlangen. Doch der Mordvorwurf bleibt bestehen. Der junge Mann soll seine Freundin aus Eifersucht und Wut über einen Rausschmiss aus der Wohnung in der Badewanne mit dem Brauseschlauch erdrosselt haben.

Der Vater des Opfers sagte aus, beim Geburtstags-Kaffee am Nachmittag des Tattages sei alles noch normal gewesen. Allenfalls habe der damals 21-Jährige etwas nervös gewirkt. Der Vater räumte ein, dass seine Tochter wegen schwieriger Verhältnisse im Elternhaus in psychiatrischer Behandlung war. Er schilderte den Angeklagten als eifersüchtig. Ständig habe er bei ihm angerufen und gefragt: „Wo ist die Natalie?“ In der Tatnacht rief der Angeklagte selbst beim Vater seiner Freundin an und schluchzte: „Die Natalie ist tot“.

Der Prozess dauert an. Entscheidend für die Urteilsfindung dürften die Gutachten des Rechtsmediziners sein.

 

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