Bayern ICE-Panne: Vier Stunden im sieben Grad kalten Zug

Eine Weiterfahrt mit dem ICE war nicht möglich Foto: dpa

LUDWIGSTADT/KRONACH - Ein umgeknickter Baum beschädigt die Oberleitung auf der Strecke Berlin-München. 200 Reisenden müssen bis zu vier Stunden ausharren - im sieben Grad kalten Zug.

 

Mehr als 200 Bahnreisende mussten in der Nacht zum Dienstag in der Nähe des oberfränkischen Ludwigstadtihren ICE verlassen, weil ein Baum die Oberleitung beschädigt hatte.Die Menschen wurden in einer nahen Turnhalle untergebracht und mitheißen Getränken und Essen versorgt, teilte das Bayerische Rote Kreuz(BRK) in Kronach mit. Als sich alle aufgewärmt hatten, wurden sie mitBussen weitergefahren. Die Bahnstrecke Berlin-München konnte gegen6.30 Uhr nach rund zehn Stunden Sperrung wieder freigegeben werden.

Der Baum war zwischen Ludwigsstadt und Steinbach am Wald(Landkreis Kronach) unter seiner Schneelast zusammengebrochen. Wieeine Bahnsprecherin in München erklärte, fiel wegen der beschädigtenOberleitung auf der Strecke der Strom aus. Der ICE – unterwegs vonBerlin nach München – musste gegen 20.30 Uhr mitten im verschneitenFrankenwald anhalten. Weil ohne Strom die Heizung nicht mehrfunktionierte, kühlte sich der Zug immer mehr ab. Die Temperatur inden Waggons sei auf bis zu sieben Grad gesunken, sagte einBRK-Sprecher.

Etwa vier Stunden dauerte es, bis alle Passagiere den ICEverlassen hatten und in einen Dieseltriebzug umgestiegen waren. „Dashat gedauert, weil die Witterungsverhältnisse so schlecht waren“,erläuterte die Bahnsprecherin. Außerdem sei das Gebiet schwerzugänglich. Die Einsatzkräfte stellten in der Turnhalle Feldbetten,Matratzen und Stühle bereit; für Kleinkinder und ältere Fahrgästewurden spezielle Ruhebereiche eingerichtet.

Die ganze Nacht über reparierten Experten die Oberleitung. AndereZüge wurden umgeleitet. Am Morgen konnte die Strecke gegen 6.30 Uhrwieder freigegeben werden.

 

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