Bayern gegen Dortmund Guardiola klagt: "Ich habe nur acht, neun Spieler"

Bayern-Trainer Pep Guardiola. Foto: dpa

Im Supercup gegen Borussia Dortmund geht es für die den FC Bayern München um den ersten Titel dieser Saison. Doch wen soll Trainer Pep Guardiola aufstellen?

 

München - Wie gut, dass sich die DFL erweichen ließ und den Bayern wenigstens ein paar Tage mehr Schonfrist gewährte. Denn ursprünglich war das Supercup-Duell zwischen dem FC Bayern und Dortmund für vergangenen Samstag angesetzt gewesen, doch die Bayern baten um Verschiebung.
Der Grund: Erst am Donnerstag kehrten sie vom US-Trip zurück, sie wollten ihre Saisoneröffnung im heimischen Stadion an einem Wochenende feiern. Der BVB ebenso. So verlegte die DFL die Partie Meister gegen Vizemeister (den Pokal gewannen die Bayern ja auch, mit 2:0 gegen Dortmund) auf Mittwoch (18 Uhr, ZDF und Sky live). Vier Tage zusätzliche Vorbereitung für Bayern-Trainer Pep Guardiola – was ihm aber nicht groß hilft.

Immerhin hat er die Option, für das Spiel um den ersten Titel der Saison die WM-Rückkehrer einzusetzen. Was vom Spanier allerdings am meisten verlangt wird aktuell, ist: Improvisationstalent. Denn für die Partie in Dortmund fehlen ihm die Verletzten Franck Ribéry (Patellasehnenprobleme), Rafinha (Außenbandriss), Thiago (Reha nach Innenbandriss im Knie) und Mitchell Weiser (Syndesmosebandriss).

„Es ist ein Finale, kein Test“, sagte Guardiola, „wir wollen gewinnen. Es geht um einen Titel.“ Letztes Jahr setzte es im Supercup an Ort und Stelle ein 2:4, es war Peps erstes Pflichtspiel mit den Bayern. Dieses Mal wird es nicht einfacher. Das Spiel kommt zu früh. „Ich habe nur acht, neun Spieler - nicht mehr“, sagte Guardiola. Er meint: richtig fitte Spieler, keine Jugendspieler wie Gaudino (17) oder Scholl (17). „Manche Spieler haben wenig trainiert. Aber das ist normal nach einer WM mit acht Spielern von uns im Halbfinale. Wir sind sehr früh in der Saison, um unsere beste Performance zu zeigen.“ Die AZ zeigt, wo Pep überall improvisieren muss:

im Tor: Manuel Neuer fühlt sich nach wenigen Trainingstagen bereit („Ich bin hungrig und ehrgeizig“). Doch reicht die Fitness des Weltmeisters schon? Mit der neuen Nummer zwei, dem Spanier Pepe Reina, absolvierte Neuer eine Extra-Schicht. Doch in Dortmund könnte Tom Starke im Tor stehen, künftig die Nummer drei. „Pepe bleibt zu Hause, Manuel und Tom fliegen mit“, sagte Guardiola und lobte Starkes Leistungen zuletzt.

bei den WM-Fahrern: Für Dante dürfte ein Startelf-Einsatz zu früh kommen, Robben fliegt gar nicht mit. Als Ersatz hat Guardiola Badstuber (Pep: „Ich muss auf ihn aufpassen“) und Shaqiri. Und die Weltmeister? Neuer, Lahm, Boateng, Götze und Müller könnten spielen. Schweinsteiger wird nach seinem Schockmoment von Portland geschont, er blieb daheim. Doch Guardiola wird von den fünf Feldspielern höchstens zwei von Beginn an bringen – zu großes Risiko. Entscheidung am Spieltag. Gut möglich, dass Teenie Gianluca Gaudino sein erstes Pflicht-Spiel macht.

im Training: Am Montag waren zunächst zwei Einheiten angesetzt, doch kurzfristig sagte Guardiola eine ab. „Die Spieler waren müde nach der USA-Reise und dem Samstag, müde im Kopf.“ Sein Credo: „Wir wollen ein Qualitäts-Training machen, kein Quantitäts-Training.“

beim System: Während der Vorbereitung hat Guardiola seine Wunschformation für die Abwehr, die Dreierkette, einstudieren lassen. Mal mit Martínez als Kopf, mal mit Badstuber. Doch in Dortmund könnte er auf die gewohnte Viererkette zurückgreifen – wegen der Automatismen. Pep: „Unsere Spieler kennen die Viererkette sehr gut.“ Im Pokalfinale überraschte Guardiola den BVB mit seiner Dreierkette. Doch nun, in der Not, setzt er wohl lieber auf das Altbewährte. Sicher ist sicher in Zeiten der Improvisation.

 

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