Bayern Dramatische Rettung nach 10-Meter-Sturz

Vergebliche Rettungsversuche: Der junge Skifahrer starb noch an der Unfallstelle. Foto: vario-images

Bernd F. (53) ist im Karwendelgebirge in Tirol auf Wanderung. Er rutscht aus, stürzt in die Tiefe. Mit letzter Kraft setzt er einen Notruf ab:„Hilfe, Bein gebrochen. Bin im Vomperloch!“

 

MÜNCHEN/SCHWAZ Der Akku ist fast leer, der Funk-Empfang im Gebirge ganz schwach. Mit letzter Kraft kann der Wanderer Bernd F. (53) aus München noch einen 112-Notruf per Handy bei der Polizei Schwaz in Tirol absetzten: „Hilfe, Bein gebrochen. Bin im Vomperloch!“

Es ist schon abends, 20.40 Uhr, als in der Polizei-Bezirksleitzentrale in Schwaz der Anruf eingeht. Die Bergrettung wird alarmiert. Noch in der Dunkelheit macht sie sich auf den Weg. Richtung Vomperloch. Das gehört zum Karwendelgebirge und ist ein 15 Kilometer langes Seitental des Inntals in Tirol. Dieses Tal ist kaum erschlossen. In den einschlägigen Wanderführern wird es als „einsam“ mit „rauem Charakter" beschrieben.

Durch Rufe und mit Hilfe von Lampen können die Retter nach drei Stunden, gegen 23.45 Uhr, den verletzten Münchner ausfindig machen. Der Mann hat ein gebrochenes Bein, zahlreiche Prellungen und eine Gehirnerschütterung. Thomas Kaltenhauser von der Bergrettung Schwaz hält über Funk Kontakt zur Leitstelle: „Wir brauchen einen Rettungshubschrauber.“

Ein nachtsichttauglicher Heli aus München wird angefordert. Der Pilot muss den Flug abbrechen. Kaum Sicht wegen des starken Nebels. Damit haben Thomas Kaltenhauser und seine Kameraden nicht gerechnet. Es ist kalt. Die Temperaturen liegen bei 2 Grad. Sie machen ein Lagerfeuer und wickeln den Münchner in eine Aludecke, damit er nicht auskühlt. Erst am nächsten Morgen kann Bernd F. mit dem Hubschrauber in Krankenhaus Schwaz geflogen werden.

Bernd F. hatte eine mehrtägige Wanderung im Karwendelgebirge geplant. Am 10. Oktober ist er gestartet. Nach zwei Tagen ist er nachmittags im Bereich des Knappenwaldes in Richtung Stierschlagkamm gewandert. Bernd F. hat kaum Erinnerungen: „Ich war kurze Zeit bewusstlos und ich hoffte nur, dass mein Anruf ernst genommen wird.“

Bernd F. ist wohl auf dem Steig auf den Baumstämmen ausgerutscht und zehn Meter in ein Schotterbett gestürzt. Im Krankenhaus bedankt er sich bei seinen Rettern. th

 

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