Bayern „Ab und zu kommt ein Baum runter“: Leben am Abhang

Das Isarhochufer in Pullach. Der Hang besteht aus dem gleichen Material wie der am Unglücksort. Foto: Ronald Zimmermann

PULLACH - Ein schreckliches Unglück wie in Stein an der Traun – ist es auch in anderen Teilen Bayerns denkbar? Ja – dort, wo Häuser nahe an Nagelfluh-Gestein stehen, wie zum Beispiel in Pullach.

 

Wegziehen würde hier keiner deswegen, besorgt sind manche Anwohner aber schon: „Ab und zu fällt mal ein Baum herunter, zum Glück kam bislang nicht mehr“, sagt Silvia Scheller, die nahe der Großhesseloher Brücke wohnt. Wenn die Rentnerin aus ihrer Haustür schaut, blickt sie direkt auf die baumbewachsene Felswand.

Der Pullacher Apotheker Bernhard Grüneisen erinnert sich, dass vor 40 Jahren mal etwas passierte – ein Haus am Hang geriet durch die rutschende Erde in Bewegung. „Zum Glück ist nichts passiert.“ Dass sich die Erde aber noch bewegt, zeigt sich daran, dass Pullacher Wanderwege öfters gesperrt werden.

Antje Constabel macht sich hingegen keine Gedanken – sie wohnt nicht direkt am Hochufer, glaubt auch nicht, dass etwas Schlimmes passieren kann: „Selbst wenn mal die Erde ins Rutschen kommt, dann wird es sicher nicht so schlimm ausgehen wie in Stein an der Traun.“

Die Bankbetriebswirtin, die sich gerade in Elternzeit befindet, kommt ohnehin aus Nordhessen und ist sozusagen bereits krisenerprobt – denn dort würden solche Unglücke leider öfters passieren, so Constabel. Kasanobu Serdarov

 

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