Bayerische Staatstheater Kleinformate im Residenztheater, in der Staatsoper und am Gärtnerplatz

Nikolaus Bachler - hier bei einem Monatskonzert. Foto: Wilfried Hösl

Die drei Münchner Staatstheater nehmen ab dem 15. Juni mit kleinen Formaten für 50 Zuschauer den Spielbetrieb wieder auf

 

Die Bayerische Staatsoper wagte bereits vor einer Woche einen ersten Versuch mit einem Konzert der Munich Opera Horns auf der Unterbühne. Morgen folgt eine ähnliche Veranstaltung für 20 Zuschauer – diesmal im Ballettsaal des Nationaltheaters.

„Diesen Weg wollen wir nun auch im Juni weitergehen“, sagt Nikolaus Bachler dazu. „Wir sehen uns in der Verantwortung, als Vorbild für kleinere Institutionen verschiedene Konzepte zu erproben, Erfahrungen zu sammeln und weiterzugeben, schließlich ist es auch Teil unseres Kulturauftrags, ganz ,analog‘ für unser Publikum da zu sein“, so der Intendant der Bayerischen Staatsoper.

Bachler liest Philip Roth

Im Juni sollen jeweils am „Festen Samstag“ Monodramen mit Musikern des Bayerischen Staatsorchesters und Sängern aus dem Ensemble sowie dem Haus eng verbundenen Gästen gezeigt werden. Mit dem Freien Sonntag unterstützt die Staatsoper die von der Schließung der Theater besonders betroffene Freie Szene und bietet Tänzern, Performern und Musical-Interpreten eine Möglichkeit zum Auftritt.

Die gezeigten Werke greifen die Erfahrung von Einsamkeit, Isolation und Tod auf. Michael Nagy (Bariton) und Sophie Raynaud (Klavier) eröffnen die Reihe am 6. Juni mit Frank Martins „Jedermann-Monologen“. Die szenische Einrichtung übernimmt Andreas Weirich. Nikolaus Bachler liest dazu aus Philip Roths „Jedermann“. Bespielt wird ein acht mal vier Meter großes Podest auf der Vorderbühne des Nationaltheaters, das Publikum sitzt in dieser Probensituation mit Blickrichtung in den leeren Zuschauerraum.

Am 7. Juni, beim ersten Freien Sonntag, ist der Münchner Choreograph Moritz Ostruschnjak zu Gast, der inspiriert von den aktuellen Ereignissen und den Zeichnungen und Illustrationen des schottischen Künstlers David Shrigley ein Solo für „kleinen Mann und großen Raum“ (Ostruschnjak) entwirft. Bei dieser Uraufführung tanzt Daniel Conant.

Theaterparcours im Residenztheater

Auch das Residenztheater öffnet am Wochenende wieder seine Türen. Am Samstag wird es einen Theaterparcours geben, bei dem wie im Museum – in Form eines Rundgangs bestens vertraute Orte in ein theatrales Licht getaucht werden und sich manche Tür öffnet, die für das Publikum sonst verschlossen bleibt. In Miniaturszenen testet das Ensemble, „wie sich Momente aus unserem Repertoire in der neuen Lebenssituation anhören, womöglich ganze neue Resonanzen ergeben und wie Schauspieler und Zuschauer sich wieder begegnen können“, heißt es in einer Mitteilung.

Das Gärtnerplatztheater startet erst knapp einen Woche später: am 15. Juni. Das Programm „Einmal König sein!“ ermöglicht montags und dienstags 16 Personen aus den fünf Logen des Gärtnerplatztheaters ein 25-minütiges, exklusives Programm der schönsten Stimmen – wie in einer Separatvorstellung für den Bayernkönig Ludwig II.

Hinter dem Vorhang

Mittwochs bis samstags dürfen dann 50 Besucher die Perspektive wechseln und das Gärtnerplatztheater „hinter dem Vorhang“ erleben. Einstündige Konzert-Programme aus den Bereichen Oper, Operette und Musical werden hier mit Sitzplätzen auf der Bühne und Blick in den Zuschauersaal buchbar sein.

Am Sonntag, den 21. Juni folgt der „Der Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns und Texten von Loriot auf der Bühne – voraussichtlich zweimal, ebenfalls mit Sitzplätzen auf der Bühne und Blick in den Zuschauersaal und für ein junges Publikum ab 5 Jahren. Am Sonntagvormittag spielen Musikern des Orchesters unter dem Motto „Geiger und Denker“ Kompositionen von Heinrich Hofmann, Anton Webern und Louis Spohr.

Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen in der Staatsoper und im Gärtnerplatztheater beginnt am 4. Juni, um 10 Uhr online auf den Webseiten. Der Parcours „Resi legt los!“ findet am 6., 7., 13. und 14. Juni zwischen 16 und 19 Uhr im 10-Minuten-Takt statt. Karten ab Mittwoch, 3. Juni um 10 Uhr nur online unter www.residenztheater.de

 

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