Bayerische Staatsoper Was die neue Spielzeit bringt

Kirill Petrenko und Nikolaus Bachler. Foto: Wilfried Hösl

Was die Bayerische Staatsoper in der letzten Saison von Kirill Petrenko und der vorletzten Spielzeit von Nikolaus Bachler plant

 

Der schrittweise Abschied von Kirill Petrenko als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper sorgte für Wehmut auf dem Podium und im Publikum. „Man bleibt nicht ganz ohne nostalgische Gefühle“, sagte Intendant Nikolaus Bachler am Sonntagvormittag im voll besetzten Nationaltheater bei der Vorstellung der Saison 2019/2020.

Der neben ihm auf der Bühne sitzende Dirigent, der im August dieses Jahres Chef der Berliner Philharmoniker wird, lobte das Haus enthusiastisch als seine „liebgewordene Heimat“, sein „musikalisches Vaterland“. Die Bayerische Staatsoper sei musikalisch „das Paradies auf Erden“, die nächste Saison „Abschluss einer unglaublich schönen Zeit“.

Korngold und Verdi

Petrenko dirigiert am 18. November die erste Premiere der Saison: Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die tote Stadt“. Marlis Petersen und Jonas Kaufmann singen die Hauptrollen, Simon Stone entwickelt seine Basler Inszenierung von 2016 weiter. Das Stück sei ihm eine Herzensangelegenheit, sagte der scheue Künstler, der in seiner Münchner Zeit kein einziges Interview gegeben hatte.

Seine zweite Neuproduktion ist Giuseppe Verdis „Falstaff“ zur Eröffnung der Opernfestspiele 2020. „Wolfgang Koch wird ein sehr bayerischer Falstaff“, sagte Petrenko, „mit einem bayerischen Lebemann, Weißwürsten und Bier.“ Mateja Kolesnik, bekannt durch zahlreiche Inszenierungen im Residenztheater, führt Regie.

Hans Abrahamsens „The Snow Queen“ kommt mit der Sopranistin Barbara Hannigan kurz nach der Uraufführung in Kopenhagen am 21. Dezember auch nach München. Cornelius Meister dirigiert, Andreas Kriegenburg inszeniert. Am 1. Februar leitet die Dirigentin Oksana Lyniv die Premiere von Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ in einer Inszenierung von Katie Mitchell. Dem Einakter wird Bartóks „Konzert für Orchester“ mit einem eigens erarbeiteten Film vorangestellt.

Diana Damrau und Marina Abramovic

Am 8. März kehrt Diana Damrau in der weiblichen Hauptrolle von Giuseppe Verdis „I masnadieri“ zurück. Als nächste Premiere folgt am 11. April mit „7 Deaths of Maria Callas“ die lang erwartete Uraufführung eines Opernprojekts der Performance-Künstlerin Marina Abramovic, das anschließend auf Welttournee geht – als Hommage an eine Sängerin, die nie im Nationaltheater gesungen hat.

Die jungen Sängerinnen und Sänger des Opernstudios führen Anfang April 2020 „Mignon“ von Ambroise Thomas auf, ehe die Opernfestspiele im Prinzregentheater mit Jean-Philippe Rameaus „Castor et Pollux“ eröffnet werden. Ivor Bolton dirigiert, Hans Neuenfels inszeniert.

Im Repertoire gastiert Anna Netrebko in der Titelpartie von Puccinis „Turandot“. Ihr Ex Erwin Schrott tritt als Don Giovanni auf, Placido Domingo singt den Nabucco, Christian Gerhaher den Wozzeck. Das Staatsballett tanzt ab Oktober „Coppelia“ von Roland Petit, die Ballettfestwoche im Mai 2020 eröffnet mit einem dreiteiligen Abend, zu dem eine Uraufführung von David Dawson zählt. Im Repertoire wird „Schwanensee“ nach rund elfjähriger Pause wiederaufgenommen.

Im Sommer 2021 übergibt Nikolaus Bachler an seinen Nachfolger Serge Dorny. Über Igor Zelenskys Zukunft verhandelt derzeit das Kunstministerium. Petrenkos Nachfolger Vladimir Jurowski dirigiert in der kommenden Saison bereits ein Akademiekonzert. Von dieser Reihe verabschiedet sich Petrenko mit Gustav Mahlers „Symphonie der Tausend“. In Bachlers letzter Saison bleibt der Dirigent an zehn Abenden allerdings als Gast erhalten, damit der Abschied ihn und die Münchner nicht zu sehr schmerzt.

 

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