Bayerische Philharmonie Konstantin Wecker und sein Carl Orff

Liedermacher Konstantin Wecker hat Carl Orffs Dauerbrenner „Carmina Burana“ durch „Carmina Bavariae“ ergänzt. Foto: dpa

Die Bayerische Philharmonie feiert 20. Geburtstag mit Orff und Konstantin Wecker. Der sagte schon zu Wecker: "Komisch Klavier spuilst du".

München - Dafür, dass Konstantin Wecker „direkt aus dem OP-Saal“ kam, war er bester Dinge. Nicht einmal hinsetzen wollte er sich während der Pressekonferenz zum 20-jährigen Jubiläum der Bayerischen Philharmonie. „Im Sessel wird man müd’, faul und dumm“, sagte Wecker und stellte sich, den Arm in der Verbandsschlinge, mit einem Bier an den Bistrotisch. Dort ist schon Mark Mast, der Intendant und Dirigent der Philharmonie, um die Spielzeit, die hier „Klangzeit“ heißt, vorzustellen.

Verzichten wollte man auf Wecker nicht. Schließlich hat er einen Teil des als Höhepunkt gehandelten Jubiläumskonzertes am 9. Mai im Münchner Gasteig komponiert. Seit 2010 wird Orffs „Carmina Burana“ bei den Orff-Tagen um Konstantin Weckers „Carmina Bavariae“, also „Lieder aus Bayern“, erweitert. Heuer also zum fünften Mal. Dabei handele es sich um „Lieder aus den letzten 40 Jahren, die bis dahin nicht so aufgeführt werden konnten, wie ich es gern gehabt hätte“, erklärt der seit Jahrzehnten politisch engagierte Musiker.

Mit dabei seien aber auch bekanntere seiner Titel wie „Hexeneinmaleins“ und „Nur dafür lasst uns leben“. Erweitert wird das ansonsten besetzungsgleich aufgeführte Werk aber diesmal um Konstantin Wecker selbst, einen Knaben am Klavier, die Sopranistin Carmela Konrad und den Schauspieler und Kabarettisten Andreas Giebel als Sprecher. Dass sich Weckers Weg und Werk einmal derart mit dem seines musikalischen Vorbildes Carl Orff verschränken würde, hätte der Liedermacher nie gedacht.

Zwei Jahre vor dem Tod des Münchner Komponisten folgte Wecker einer Einladung und lernte Orff kennen. „Er war ein sehr angenehmer Mensch, am meisten fasziniert haben mich seine Augen, die waren wie die eines 17-Jährigen“, erinnert sich der Musiker und schmunzelt noch immer über die erste Begegnung: „Carl Orff bat mich ans Klavier, ,Jetzt spui was, Bua’, hat er gesagt. Als ich fertig war, sagte er: ,Komisch Klavier spuilst du. Du bist koa Schubert, koa Mozart. Du bist der Wecker’. Dieses Kompliment begleitet mich bis heute.“

 

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