Baustelle "Satellit" 52 Gates: Das wird das neue Terminal 3

Fast völlig losgelöst: Das neue Terminal ist von außen nicht zu erreichen – die einzige Verbindung zum „Satellit“ ist die führerlose U-Bahn. Foto: Flughafen München GmbH Foto: Flughafen München GmbH

Die Arbeiten am neuen Terminal 3 am Münchner Flughafen gehen zügig voran. Im Herbst soll der „Satellit“ fertig sein, in einem Jahr bereits im Vollbetrieb laufen. Die AZ hat sich die Baustelle angesehen.

 

München - Ein gähnender Abgrund tut sich vor dem „Satellit“, dem neuen Terminal 3 am Münchner Flughafen, auf. Blickt man hinunter, sieht man dort Bauarbeiter an Gleisen werkeln – hier wird einmal die führerlose U-Bahn fahren, die die Passagiere zum neuen Terminal bringt. In 48 Sekunden legt der Zug die 400 Meter vom Terminal 2 zurück.

Das PTS (Personen-Transport-System) ist die einzige Verbindung von der Außenwelt zum Satellit. Daher kommt auch der Name des Terminals, das vom öffentlichen Bereich wie abgekapselt ist. Es umschließt den Tower des Flughafens, der früher frei stand und jetzt wie ein Kirchturm aus dem Bau emporragt.

Der Fuß des Turms ist das Herz des Aufenthaltsbereiches im Satellit. Hier soll eine Bar entstehen, durch einen gläsernen Kranz im Dach können die Passagiere hinauf zur Kommandozentrale des Towers blicken. „Der Tower wird so für die Passagiere erlebbar und ist ein Highlight im Terminal“, sagt Philipp Ahrens.

Zusammen mit Matthias Stein von der Lufthansa bildet Ahrens die Doppelspitze der Projektleitung. Auftraggeber ist die Terminal 2 Gesellschaft, die schon zum letzten Terminalbau gegründet wurde. Der Satellit ist ein Gemeinschaftsprojekt der Flughafen München GmbH und der Lufthansa – einzigartig in Europa. Dementsprechend werden vom neuen Terminal aus die Flüge der Lufthansa Star Alliance und deren Partner abgewickelt.

52 neue Gates gibt es an beiden Seiten des Satelliten. An allen erfolgt der Zugang zum Flugzeug über einen der 27 „Finger“, also den direkten Verbindungssteg vom Gate zum Flieger. Bustransporte gehören damit der Vergangenheit an. „Früher gab es in der Flotte mehr Flugzeuge, die nicht kontaktfähig waren, also zu klein für die Finger. Über die ist der Zustieg aber wesentlich schneller und komfortabler, das ist ein Vorteil des Terminals“, erklärt Matthias Stein. 11 Millionen Passagiere lassen die Kapazitäten der neuen Abfertigungshalle zu – Terminal zwei liegt bei 25 Millionen.

Beim Rundgang über die Baustelle fällt vor allem eines auf – obwohl es keine Beleuchtung gibt, ist es taghell im gesamten Gebäude. Sogar unter dem regenwolkenverhangenen Himmel, der sich an diesem Tag über München spannt, reicht das Tageslicht aus. Das liegt an der transparenten Bauweise – 20 000 Quadratmeter Glasfläche bilden die Fassade. Dank einer neuen Glastechnologie kann die Fassade zudem unbedruckt bleiben und trotzdem zum ambitionierten Klimaziel beitragen: 40 Prozent weniger CO2-Emissionen als in den beiden anderen Terminals wollen die Planer erreichen.

Im Herbst werden die Bauarbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein. Dann folgen monatelange Testphasen mit allen Beteiligten – Lufthansa, Bundespolizei, Zoll und U-Bahn-Hersteller Bombardier sind dabei. Hinzu kommen die technischen Anlagen und die operative Abwicklung.

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Wenn alles glatt läuft, wird das Terminal im zweiten Quartal 2016 eröffnet – und geht dann gleich mit Volldampf in Betrieb.

 

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