Baskisches Nationalorchester Roberto Trevino über das Gastspiel am 6.12. im Herkulessaal

Der 35-jährige Dirigent Roberto Trevino stammt aus Texas. Foto: Veranstalter

Am Donnerstag, 6.12.,  gastiert das Baskische Nationalorchester mit Mahler und Elgar im Herkulessaal

Im März 2015 sprang der heute 35-jährige Dirigent Roberto Trevino bei den Münchner Philharmonikern für den verstorbenen Lorin Maazel ein und dirigierte eine bemerkenswerte Aufführung von Mahlers Fünfter. Das Orchester der Stadt hat den Amerikaner seither nicht wieder eingeladen. Dafür gastiert er am Mittwoch mit dem Baskischen Nationalorchester im Herkulessaal der Residenz. Und wieder steht Mahler auf dem Programm.

AZ: Mr. Trevino, warum war das Konzert mit den Münchner Philharmonikern für Ihre Karriere entscheidend?
ROBERTO TREVINO: Oriol Roch, der Intendant des Baskischen Nationalorchesters interessierte sich für meine Arbeit. Er hörte mein Konzert mit den Münchner Philharmonikern im Gasteig und lud mich als Gastdirigent ein. Dann habe ich in San Sebastian Bruckners Siebte dirigiert. Wenig später wurde ich gefragt, ob ich der nächste Chefdirigent werden möchte.

Was ist die Stärke des Baskischen Nationalorchesters?
Sein Charakter. Technisch sind heute alle Orchester auf der Welt gut. Ich habe die Musiker aufgefordert, mit mir tiefer zu schürfen, leiser und lauter zu spielen, mit mehr Leidenschaft und Sorgfalt zu interpretieren. Ich bin ein Dirgent, der alles fordert. Die Musiker des Baskischen Nationalorchesters haben willig mitgemacht. Solisten wie Stephen Hough oder Frank Peter Zimmermann rechnen uns zu den besten Orchestern in Europa.

Wie baskisch ist das Baskische Nationalorchester?
Das Baskenland ist teilweise spanisch, teilweise französisch. Wir sind ein Modell Europas im Kleinen: ohne Grenzen, verwandte Sprachen und doch mit einer unverwechselbaren Eigenart. Bei uns spielen Basken, aber auch Musiker, die aus der Türkei oder China kommen.

Am Beginn des Abends gibt es auch baskische Musik.
Das sind wunderbare Orchesterlieder von Pablo Sorozábal. Sie verbinden baskische Rhythmen mit einer vom französischen Impressionismus beeinflussten Instrumentierung mit deutscher Harmonik. Sorozábal studierte in München und Leipzig. Er fühlte sich mit der deutschen Kultur verbunden Deshalb vertonte er auch Gedichte von Heinrich Heine, die Mojca Erdmann bei unserer Tournee singen wird.

Außerdem stehen Mahler und Elgar auf dem Programm.
Gustav Mahler ist einer meiner Lieblingskomponisten. Die Vierte ist für eine Tournee riskant, weil es kein monumentales, sondern ein eher kammermusikalisches Werk ist. Aber Mahler gehört seit der Gründung des Baskischen Nationalorchesters im Jahr 1982 fest zum Repertoire des Orchesters. Er steht als Österreicher, Europäer, Amerikaner, Jude und Christ für einen Geist der Zusammenarbeit und der Überwindung von Grenzen. Aus diesem Grund steht auch Edward Elgar auf dem Programm.

Das wundert mich. Elgars Marsch „Pomp and Circumstance“ ist doch der Inbegriff von britischem Hurra-Patriotismus.
In seinen „Enigma-Variationen“ ist Elgar Europäer, der von Beethoven, Bruckner und Mahler genauso lernte wie von italienischen und französischen Komponisten. Seine Musik ist eine europäische Synthese, und deshalb passt sie sehr gut zum Geist des Baskischen Nationalorchesters.
  
Herkulessaal, Mittwoch, 5. Dezember, 20 Uhr, Karten von 35 bis 85 Euro unter Telefon 0800 545 44 55 und an der Abendkasse

 

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