Basketballer des FC Bayern Coach Radonjic: Rückkehr an den Fuß des Hügels

Dejan Radonjic: "Es ist das erste Euroleague-Spiel gegen meinen alten Klub, insofern ist es schon speziell." Foto: sampics/Augenklick

Das Euroleague-Spiel gegen Buducnost Podgorica wird für Coach Dejan Radonjic zum Heimatbesuch. Gastgeschenke wollen er und die Bayern-Basketballer aber nicht mitbringen. 

München - Mailand, Madrid, Barcelona, Istanbul, Moskau, Athen – in der Euroleague kommen die Basketballer des FC Bayern ganz schön herum. Natürlich ist eher wenig Zeit für Ausflüge in die Scala, den Prado oder auf die Akropolis. Außerdem bräuchte man jemanden, der sich auskennt vor Ort, und einen Touristenführer haben sie nun wirklich nicht auch noch auf der Payroll bei den Bayern.

Wobei... Für das Auswärtsspiel am Freitag (19 Uhr) gegen Buducnost Podgorica hätte der deutsche Meister einen Ortskundigen dabei: Trainer Dejan Radonjic. Der ist in Montenegros Hauptstadt geboren, aufgewachsen und zum Spitzensportler gereift, hat noch ein Haus und viele Freunde dort.

Aber dass er im eigenen Bett schläft statt im nur fünf Minuten entfernten Klub-Hotel kommt für ihn nicht in Frage: "Ich bin Profi! Da gibt es überhaupt keine Diskussion!" 

Radonjic in Podgorica: "Ein schwieriges Spiel"

Der 24. Spieltag der Euroleague hält für die Bayern ein Schlüsselspiel bereit: Mit einem Sieg beim Adria-League-Champion könnte man die Bilanz wieder auf 12:12 ausgleichen und behielte einen Playoff-Platz der Top-8-Teams weiter im Auge.

Der Gastgeber ist zwar Vorletzter mit sechs Siegen und 17 Niederlagen, hat daheim aber sowohl ZSKA Moskau, den FC Barcelona als auch Titelverteidiger Real Madrid geschlagen. Coach Radonjic sagt: "Wir können eine volle Halle erwarten, mehr als 6.000 Fans. Alle Spiele sind dort ausverkauft, eine großartige Atmosphäre. Sie haben Trainer und Spieler während der Saison gewechselt, eine sehr gute Mannschaft. Es wird ein schwieriges Spiel."

Und natürlich ein besonderes Spiel für ihn, kein Zweifel. Aber der Profi in ihm will das lieber nicht zulassen. "Klar, es ist meine Heimatstad", sagt der Lokalheld, "aber ich habe schon mit meinem früheren Klub Roter Stern Belgrad öfter gegen Podgorica gespielt. Aber es ist das erste Euroleague-Spiel gegen meinen alten Klub, insofern ist es schon speziell." 


Als Spieler dreimal Meister und zweimal Pokalsieger mit Buducnost Podgorica: Dejan Radonjic (r.). Foto: privat

Radonjic: "Wir haben überlebt"

Mit zwölf begann Radonjic (49) mit dem Basketballspielen, debütierte mit 17 als Profi für KK Buducnost Podgorica. Insgesamt sechs Jahre (1991-93 und 1998-2002) trug er das Dress seiner Heimat- stadt, wurde dreimal jugoslawischer Meister und zweimal Pokalsieger. "Das war die beste Zeit für Buducnost in der Euroleague", sagt er nicht ohne Stolz, "wir hatten ein starkes Team."

23 Spiele bestritt er in der höchsten europäischen Liga, erzielte dabei 6,9 Punkte pro Spiel. Auch seine Karriere als Trainer begann hier, zunächst als Assistenztrainer (2005/06), ehe er seinen Klub als Chefcoach sechsmal zum Double führte.

Mit dem FC Bayern hat er bislang einen nationalen Titel gewonnen – und zeigt sich mit der bisherigen Euroleague-Saison schon mal sehr zufrieden: "Vor der Saison war es unser Ziel, wettbewerbsfähig zu sein – nun sind wir sehr viel mehr als das! Die Top 8 sind etwas sehr Großes für uns. Es ist heuer eine interessante Saison, weil diesmal so viele Teams noch die Chance auf die Endrunde haben. Wir haben noch sieben Spiele, und egal, ob wir die Finalrunde erreichen oder nicht: Wenn wir nach der Saison analysieren, werden wir feststellen, dass es eine exzellente Saison war."

Dass es im nächsten Euroleague-Jahr noch zwei Mannschaften und somit vier Spiele mehr geben wird, bereitet ihm wenig Kopfzerbrechen: "Vor dieser Saison war in Sachen Euroleague alles neu und ungewiss für uns. Aber wir haben überlebt! Wenn du Euroleague spielen willst, musst du für so etwas bereit sein. Und wir sind bereit!"

Am Fuß des Hügels, heißt Podgorica übersetzt, und so kommt sich derzeit auch der FC Bayern vor, angesichts der gewaltigen Gipfel der Euroleague. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt wie Millennium-Brücke, Auferstehungskirche oder Königspalast müssen die Spieler dann schon selbst erkunden – in ihrem Urlaub.

Radonjic hat jetzt für so was keine Zeit. Auch das Blumengießen daheim überlässt er Frau und Tochter. Nur um den Freundeskreis muss er sich vor dem Spiel noch kümmern: "Ich brauche viele Tickets."

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