Basketball-Halbfinale Bayern gegen Bamberg: Die Glaubensfrage

Beim 59:90 im Ligahinspiel in Bamberg noch chancenlos: Danilo Barthel (Mitte) und die Bayern-Basketballer. Und jetzt? Foto: sampics/Augenklick

Bayerns Basketballer fordern Bamberg heraus. "Du kannst sie nicht nur mit deinem Können schlagen", sagt FCBB-Trainer Sasa Djordjevic vor dem brisanten Halbfinal-Duell.

München - Sasa Djordjevic bewahrt sich ein ganz besonderes Souvenir in seinem Trainerbüro im Münchner Audi Dome. Einen Statistikbogen hat der Coach der Basketballer des FC Bayern dort an der Wand aufgehängt.

"In einem kleinen Rahmen", erklärt der 49-Jährige der AZ. Es handelt sich dabei nicht etwa um einen Beleg eines großen Sieges seiner Mannschaft. Ganz im Gegenteil: 59:90 prangt ganz oben drauf, das Endergebnis der ebenso deutlichen wie bitteren Niederlage seines Teams in Bamberg. Nach vielversprechendem Saisonbeginn bekamen die Münchner dort Anfang November unmissverständlich ihre Grenzen aufgezeigt.

"Der Glaube war nicht da in Bamberg", sagte Djordjevic: "Das ist etwas, das uns das ganze Jahr verfolgt, nicht nur die Spieler auf dem Feld, sondern alle hier."

Verfolgt und wohl durchaus auch anspornt. Denn seitdem hat sich in der BBL viel getan. Dem FC Bayern ist es im Saisonverlauf gelungen, die Kräfteverhältnisse wieder ein wenig in die Balance zu bringen. Im Pokalfinale (71:74) gaben die Münchner den möglichen Sieg im letzten Angriff noch aus der Hand, der ihnen im Ligarückspiel (67:59) schließlich gelang.

"Glaube bedeutet alles im Sport"

Das Wiedersehen in der Halbfinalserie der Playoffs, die mit dem Spiel am Sonntag (15 Uhr) in Bamberg startet, wird nun durchaus mit Spannung erwartet. Was der Erfolgsschlüssel in der Serie sein wird? "Der Glaube", sagt Djordjevic. Na klar. "Denn Glaube bedeutet alles im Sport. Der Glaube, dass du alles auf das Parkett bringen kannst. Und wir können viel auf das Parkett bringen."

Das Duell mit den Brose Baskets wird für die Bayern also zur Glaubensfrage. "Bamberg ist der Champion, du kannst sie nicht nur mit deinem Können schlagen. Du musst mehr zeigen", sagte Djordjevic: "So ist das gegen große Teams. Sie sind eins. Und wir sind auf dem Weg dorthin."

Was Bamberg den Bayern (noch) voraus hat? "Sie wissen, wie man den Titel holen kann", sagte Bayern-Forward Vladimir Lucic. Aufgrund des Heimvorteils in dem best-of-five-Vergleich wähnt er den Gegner genau wie Teamkollege Danilo Barthel in der Favoritenrolle.

Lehren aus unserem Heimsieg?

"Aber ich glaube trotzdem, dass es eine enge Serie wird", sagte Barthel: "Wir sind extrem heiß darauf, Bamberg zu schlagen." Nicht zuletzt aufgrund des so knapp verlorenen Pokalfinales sei "da noch eine Rechnung offen".

Noch schmerzhafter hat Geschäftsführer Marko Pesic die glatte 0:3-Niederlage im Playoff-Halbfinale der vergangenen Saison und vor allem das 65:96 in Spiel drei in Erinnerung. "Wir haben uns damals miserabel gefühlt", sagte Pesic der AZ, "und jetzt haben wir die Möglichkeit, etwas gutzumachen."

Damit dieses Vorhaben gelingt, will Djordjevic auch auf die "Lehren aus unserem Heimsieg" setzen: "Auf genau diesen Einsatz, die Leidenschaft und die ganzen kleinen Dinge wird es ankommen." Djordjevic hätte wohl nichts dagegen, wenn er sein Souvenir am Sonntag aus seinem Büro entfernen könnte.

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