Basketball-Euroleague Bayern-Pleite: Fenerbahce "wie aus einer anderen Welt"

Das Bild spricht Bande ähm Bände: Bayern-Profi K.C. Rivers in der Partie gegen Fenerbahce Istanbul. Foto: dpa

Chancenlos und mit bedenklicher Körpersprache: Die Basketballer des FC Bayern sind in der Euroleague von Fenerbahce Istanbul vorgeführt worden. Seit fünf Pflichtspielen geht jetzt schon nichts.

 

München - Wutentbrannt warf Svetislav Pesic die Taktiktafel weg. Mit starrem Blick und völlig fassungslos stauchte der Trainer die Basketballer des FC Bayern zusammen, nachdem sie in wenigen Minuten alle Chancen auf einen erfolgreichen Abend weggeworfen hatten.

Beim 67:84 (30:50) gegen Fenerbahce Istanbul zeigte der Vizemeister eine gerade zu Anfang peinliche Vorstellung, der Weg in die Top-16-Runde der Euroleague wird immer weiter.

"Das war wie aus einer anderen Welt", sagte Pesic ernüchtert, "ich habe noch kein Team erlebt, dass die ersten zehn Minuten so gut gegen uns gespielt hat wie Fenerbahce heute Abend."

Das erste Viertel war selbst für den erfahrenen Coach eine neue Erfahrung. Die Türken waren wirklich gut, aber die Bayern machten es ihnen auch viel zu leicht. Nach der fünften Pflichtspielniederlage in Folge lässt sich die Krise nicht mehr wegdiskutieren.

Unkonzentriert, ohne jede Entschlossenheit, ohne Selbstbewusstein - die Bayern sahen machtlos zu, wie das türkische Starensemble Punkt um Punkt davon zog. Nach 140 Sekunden stand es 0:11, auch zwei Auszeiten zeigten keine Wirkung.

Die entgeisterten Fans sahen einen Klassenunterschied.

"Wir haben einfach nur schlecht gespielt. Alles ging daneben, alles lief falsch. Wir müssen härter arbeiten", sagte Nihad Djedovic, mit 16 Punkten bester Werfer der Bayern - und doch nicht besser als alle anderen. "Gefühlt haben wir nach einer Minute 10:0 hinten gelegen, genau wie bei Alba", meinte Nationalspieler Paul Zipser und dachte an das bittere Ligaspiel vom Sonntag in Berlin (74:90).

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Auch da war in der Anfangsphase nichts zusammengelaufen. Mit zwei Siegen aus sechs Begegnungen ist München in der Euroleague nur noch Fünfter der Gruppe A, Platz vier muss zum Weiterkommen her. Dafür sind wohl mindestens zwei Siege aus vier Spielen nötig, drei davon finden auswärts statt: bei Khimki Moskau, Straßburg IG und Roter Stern Belgrad. Zu Hause geht es gegen Titelverteidiger Real Madrid.

Es wäre schon mutig, jetzt Geld auf die Bayern zu setzen. Pesic steht vor schwierigen Wochen. Der Serbe muss versuchen, sein Team nach der Demütigung wieder aufzubauen, und der Trainer begann schnell damit.

"Wir haben nicht aufgegeben und weiter gekämpft, das ist positiv", sagte der 66-Jährige, an seinem Ärger änderte das aber wenig: "Das Spiel haben wir in den ersten zehn Minuten verloren."

Schon am Sonntag geht es weiter. Bei den Eisbären Bremerhaven, mit nur einem Sieg Tabellen-16. der Bundesliga, wird unter normalen Umständen wenigstens die Pleitenserie zu Ende gehen. Eine Woche später kommen die ebenfalls schwach gestarteten Crailsheim Merlins zum derzeitigen Tabellenachten.

Siege gegen "Kleine" könnten den Bayern dabei helfen, wieder in die Spur finden. Und das ist dringend nötig. Am 6. Dezember geht es zu Meister Brose Baskets Bamberg...

 

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