Basketball EM 1993 20 Jahre später...

Die Helden 2013 - im Audi Dome. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

1993 holte die Basketball-Nationalmannschaft Gold bei der Europameisterschaft, das Endspiel gegen Russland in der Olympiahalle ist legendär. Das machen die Helden von damals heute

MÜNCHEN Die Olympiahalle vibriert. 11000 Zuschauer stehen, sie trampeln und schreien. Aus den Boxen dröhnt „We will rock you” von Queen. Drei Sekunden stehen auf der Uhr, es ist das Finale der Basketball-Europameisterschaft 1993. Gerade hat Christian Welp per Dunk zum 70:70 gegen Russland ausgeglichen. Jetzt steht Welp an der Freiwurflinie, er wurde beim Korb gefoult. „Eine geile Stimmung”, sagt Hansi Gnad, damals auch in der Mannschaft, „totale Euphorie!”


Welp trifft. 71:70. Die Russen treffen ihren letzten Verzweiflungswurf nicht. Deutschland ist Europameister. „Dann sind alle Dämme gebrochen”, sagt Gnad. Die Deutschen Spieler weinen, das Publikum stürmt das Parkett. 20 Jahre ist das her, der größte Erfolg des Deutschen Basketballs überhaupt. Auch wenn der manchmal kauzige Meistercoach Svetislav Pesic das ein bisschen anders sieht: „Ja, wir haben Geschichte geschrieben. Aber so eine große Sensation war das auch nicht. Die Mannschaft hat sich über Jahre entwickelt.”


Jüngst trafen sich die 93er Weltmeister wieder in München, erlebten in der Olympiahalle den Schluss ihres Titel-Triumphes und spielten danach gegen eine Senioren-Auswahl im Audi Dome.


Die Helden von damals – was machen sie heute?

Stephan Baeck (48): Baeck blieb dem Sport treu. Als Trainer, später als Manager und Kommentator. Derzeit baut er als Geschäftsführer den Kölner Basketball wieder auf.

Gunther Behnke (50): „Ich habe total abgeschlossen mit dem Basketball”, sagt Behnke. Heute ist der 2,21-Meter-Riese Telekommunikationsentwickler.

Hansi Gnad (50): Ein Leben ohne Basketball? Für den damaligen Kult-Center unmöglich. Er ist Nachwuchstrainer und -Berater, arbeitete unter anderem für den DBB.

Henning Harnisch (45):
Auch „Flying Harnisch”, über Jahre Fan-Liebling, lebt weiter für den Basketball. Als Vizepräsident von Alba Berlin.

Mike Jackel (53): Der Deutsch-Kanadier ist in seine Heimat Vancouver zurückgekehrt. „Ich arbeite bei der Polizei – aber im IT-Bereich”, erzählt er.

Moritz Kleine-Brockhoff (45): Erst Journalist und Asien-Korrespondent, dann Projektleiter einer Stiftung in Malaysia und Kambodscha, lebt Kleine-Brockhoff heute in Bangkok.

Michael Koch (47): Nach seiner Spielerkarriere bis 2004 wurde Koch Trainer in Bonn – und blieb bis 2013. Acht Jahre – bis dato Rekord in der Bundesliga.

Jens Kujawa (48): Kujawa fährt zweigleisig: Als Unternehmensberater, daneben engagiert er sich für die Stiftung „Basketball Aid”, die krebskranke Kinder unterstützt.

Kai Nürnberger (47):
1993 gab Nürnberger den entscheidenden Pass zum Titel. Mittlerweile hat sich in die USA zurückgezogen und lebt in Illinois.

Teoman Öztürk (45): Heute lehrt Öztürk an einer Hamburger Schule Sport. Direkt nach seiner Karriere absolvierte er ein Lehramtsstudium.

Henrik Rödl (44): Im Zeitraum von 1987 bis 2002 machte Rödl 178 Länderspiele für Deutschland. Danach wurde er Trainer – derzeit coacht er Bundesligist Trier.

Christian Welp (49):
Nach einer vorübergehenden Station als Assistenztrainer der Nationalmannschaft lebt Welp. der Titelmacher, nun als Privatier in Seattle.

Svetislav Pesic (64):
Die Trainerlegende ist nach München zurückgekehrt – als Trainer des FC Bayern. Das große Ziel: Der Meistertitel 2014. Allerdings im Audi Dome, nicht in der Olympiahalle. 

 

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