Bande vor Gericht Prozess: Kokain in Bananenkisten versteckt

Die Angeklagten mit Dolmetschern und Anwälten. Foto: Daniel von Loeper

Ein Trio soll für eine Drogenbande 185 Kilo des Rauschgifts aus einer Lagerhalle geholt haben. Der Prozess stockt.

 

München - Die Vorgeschichte ist kurios. Die Einbrecher konnten in einem Münchner Reifelager bei zwei Versuchen nicht finden, was sie suchten, mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Was sie suchten? In Bananenkisten geschmuggeltes Kokain bester Qualität. Erst beim dritten Versuch war die Schmugglerbande erfolgreich.

Drei von ihnen (25, 29 und 30 Jahre alt) sitzen seit Dienstag auf einer Anklagebank im Strafjustizzentrum. Sie sollen mit ihrer Bande 185 Kilogramm Kokain in Bananenkisten von Ecuador nach Deutschland geschmuggelt haben.

Trio holt Koks aus Reifelagern

Die Aufgabe des angeklagten Trios: Das Kokain aus den Reifelagern zu holen. Dazu wurden jeweils die Türen oder Tore gewaltsam aufgebrochen. Ausgestattet mit dem Namen der Bananenmarke und der Palettennummer machten sich die drei Einbrecher dann auf die Suche nach dem Kokain.

Der Prozess gegen das Trio unter der Leitung der Vorsitzenden Richterin Nicole Selzam gerät gleich zu Beginn ins Stocken. Bevor es zur Befragung der Angeklagten kommt, rügen deren Anwälte die Gerichtsbesetzung.

Kiloweise Kokain geschmuggelt

Der Grund: Die Verteidiger sind mit der Verteilung der Zuständigkeiten auf die einzelnen Richter nicht einverstanden. Der Prozess wird unterbrochen, die Kammer muss über den Antrag beraten. Das Trio ist nur ein kleiner Teil der Bande: Bereits im April 2018 hatte die Polizei mehrere Mitglieder festgenommen. Weitere Festnahmen folgten. Fünf Männer stehen seit April in Landshut vor Gericht, vier weitere wurden in Hamburg verurteilt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Gruppe fast 1.700 Kilogramm Kokain nach Deutschland geschmuggelt hat.

Auch in dem in München verhandelten Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft Landshut. Sie wirft den drei Männern vor, Teil einer internationalen Drogenbande zu sein. Diese habe zwischen Sommer 2017 und Frühjahr 2018 Kokain in Bananenkisten versteckt und über den Hamburger Hafen nach Deutschland gebracht.

Nach Koksfund in Bananenkiste aufgeflogen

Aus Hamburg wurden die Kisten auf dem regulären Lieferweg von Speditionen an Reifereien unter anderem in Bayern gebracht, wie die Staatsanwaltschaft angibt, und dort von den Einbrechern der Bande geborgen, um es in den Niederlanden zu verkaufen.

Doch das ging des Öfteren offenbar schief. Nachdem im Herbst 2017 in mehreren Supermärkten Kokain in Bananenkisten gefunden worden war, waren die Ermittler der Bande auf die Spur gekommen.

 

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