Bahnbrücken im Süden Der Kampf gegen das Dröhnen

Die Braunauer Brücke Foto: Deutsche Bahn

Die Giesinger können auf ein bisschen mehr Ruhe hoffen: Die Bahn baut auf den vier Eisenbahnbrücken im Münchner Süden Schalldämpfer ein, die das Dröhnen der Züge reduzieren sollen.

Giesing - Die Lärmschutzwände stehen bereits an den Brücken. Sie fangen aber nur den sogenannten primären Luftschall ab. Die Giesinger haben aber unter einer zweiten Lärmquelle zu leiden. Durch die Vibration, die von den Zügen auf die Stahlkonstruktionen der Brücken übertragen wird, entsteht ein Dröhnen in niedriger Frequenz – ein tiefer, brummender Ton. Die Schallwellen haben eine größere Reichweite und sind besonders lästig.

Am Samstag haben die Bauarbeiten im Kampf gegen dieses Dröhnen begonnen. An der Braunauer Brücke werden zu diesem Zweck elastische Schienenbefestigungen eingebaut. Bei der Stadtbachbrücke wird die Unterseite der Schwellen mit Neopren-Eingüssen besohlt, die Brücken über die Pilgersheimer und die Giesinger Bergstraße bekommen Neoprenmatten im Gleisbett.

Alle drei Methoden laufen darauf hinaus, dass die Vibrationen abgefangen werden und die Stahlkonstruktion nicht mehr schwingt. Die Deutsche Bahn hofft, auf diese Weise, den Lärm um zehn Dezibel zu reduzieren, das Brummen soll halbiert werden. Der Mittelwert der errechneten Lärmpegel liegt derzeit noch bei etwa 75 Dezibel, zeitweise werden 95 Dezibel erreicht – etwa wenn ein besonders schwerer Güterzug über die Brücke rollt.

Die Bauarbeiten dauern planmäßig bis zum 1. Juni. In diesen vier Wochen werden die Giesinger noch einmal den Baulärm ertragen müssen – auch nachts und am Wochende wird gearbeitet. Dafür wird durch die Teil- und Vollsperrungen zumindest der Lärm der Züge weniger. Bis zum 18. Mai werden die Gleise vom Ostbahnhof zum Hauptbahnhof saniert, danach die in die Gegenrichtung. An den Wochenenden 9./10. Mai und 23./24. Mai werden die Strecken vollständig gesperrt, der Zugverkehr muss dann über den Nordring fahren. Ab Juni können die Giesinger dann hoffentlich den Sommer ohne Lärm genießen.

Das Projekt kostet etwa 1,8 Millionen Euro, die komplett aus Bundesmitteln kommen.

 

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