Bahn-Chaos in München Brand auf Stammstrecke: Polizei sucht Feuerteufel

Sabotage auf der Stammstrecke: Die Polizei sucht Zeugen. Foto: dpa

Die Polizei hat erste Ermittlungsergebnisse zum Kabelbrand auf der Stammstrecke bekannt gegeben. Es war ohne Zweifel Branstiftung - Passanten beobachteten Rauch in Pasing.

 

München – Brandfahnder haben den Kabelschacht entlang der Bahnstrecke an der Hildachstraße untersucht. Dabei wurden Textilreste und auch Spuren eines Brandbeschleunigers entdeckt. Vom Täter fehlt bisher jede Spur.

Techniker der Bahn haben gestern den ganzen Tag über gebraucht, um den Schaden zu beheben und die verschmorten Leitungen auszutauschen. Auf einer Länge von 70 Metern wurden zwei neue Kabelstränge eingezogen: Spezialkabel mit bis zu 160 Adern. Über sie werden im Stellwerk Signale und Weichen gesteuert sowie Zugbewegungen registriert.

„Ohne diese Datenverbindungen“, so ein Bahnsprecher, „ist kein normaler, signalgesteuerter Zugverkehr möglich.“ Deshalb hatten die Züge von und nach Ingolstadt sowie Landshut den ganzen Tag über Verspätung. Vier Züge fielen am Dienstagmorgen komplett aus, andere hatten bis zu einer Stunde Verspätung.

Auch bei den S-Bahnen lief es am Dienstagmorgen zunächst alles andere als rund. Die Probleme bei der S1 Freising/Flughafen und der S 2 Dachau wirkten sich schnell auch auf die Stammstrecke aus und waren schließlich im gesamten S-Bahnnetz spürbar.

Brandfahnder der Kripo haben den Tatort nochmals untersucht. „Das Feuer wurde vorsätzlich gelegt“, sagte gestern eine Polizeisprecherin. In dem Kabelschacht wurden Spuren eines Brandbeschleunigers gefunden. Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen.

Passanten hatten am Montagnachmittag gegen 16.30 Uhr in dem Waldstück Rauch bemerkt und die Feuerwehr verständigt. Zunächst ging man von einem brennenden Baum aus. Ein Löschfahrzeug mit sechs Mann rückte aus.

Die Flammen waren schnell gelöscht. Der Brandherd hatte nur eine Ausdehnung von knapp drei Metern - doch die Auswirkungen des Feuers waren deutlich größer. Nach Angaben der Polizei wird der Sachschaden auf rund 10 000 Euro geschätzt.

Fahnder der Polizei haben inzwischen einige Jugendliche aus der Umgebung befragt. Hinweise auf einen gezielten Sabotageakt liegen nicht vor. Am Tatort wurde kein Bekennerschreiben oder Ähnliches zurückgelassen. Möglicherweise handelt es sich um einen Lausbubenstreich, der letztendlich völlig aus dem Ruder lief. Hinweise auf den oder die Täter nimmt das Polizeipräsidium München entgegen & 089 29100.

 

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