Baby-Schüttler Student (23) legt Geständnis ab - Bewährung

Ewig hat er geschwiegen - jetzt legte Andreas S. (23) ein Geständnis ab. Sein Sohn (damals drei Monate) habe so laut geschrien, da seien ihm die Nerven durchgebrannt. Foto: Gregor Feindt
 

Als sein dreimonatiger Bub schreit, verliert der Mann (23) die Nerven. Er misshandelt das Kind. Erst viel gesteht er - und bekommt dafür Bewährung.

München - Nun also doch: Nach langem Schweigen gestand der Student Andreas S. (23) unter Tränen die Misshandlungen an seinem Sohn Leon (heute 19 Monate): „Er hat immer lauter geschrien. Dann sind mir die Nerven leider durchgebrannt.“ Der Angeklagte hat sein Baby fast totgeschüttelt (AZ berichtete). Der Richter lässt ihn wegen seiner unerwarteten Beichte jetzt laufen: zwei Jahre mit Bewährung.

Dabei hatte der Angeklagte ein Jahr lang zuvor behauptet: „Leon ist durch die vielen Impfungen erkrankt.“ Die Ärzte seien an den Hämatomen an Auge, Po und Wange sowie der Hirnblutung schuld. Er hatte die Tat hartnäckig abgestritten und sogar im Internet eine Video-Botschaft veröffentlicht mit dem Titel: „Krankgeimpft und totgeschwiegen.“ 14 Minuten lang sprach er da über die ungerechten Vorwürfe von Ärzten und Justiz gegen ihn.

Freundin und Familie haben ihm stets geglaubt – bis gestern. Da räumte der Angeklagte die Vorwürfe plötzlich ein: Am 29.Juli 2011 zwischen 6 und 10 Uhr war er daheim allein mit dem Baby: „Ich lag mit Leon im Bett. Plötzlich fing er an zu schreien. Ich habe ihn hochgenommen, um ihn zu beruhigen. Er schrie immer schlimmer.“

Ein Schlag auf den Po habe bewirkt, dass das Baby noch lauter weinte: „Ich habe ihn dann hin und her geschüttelt. Er ließ sich nicht beruhigen.“ Fünf Minuten habe er den Buben kräftig geschüttelt. Plötzlich habe sich Leon verkrampft: „Der war komplett weg. Da habe ich gesehen, was für Auswirkungen das hat. Er hat beide Arme gestreckt und war nicht mehr ansprechbar. Ich dachte, ist er wirklich tot?

Nach zehn Sekunden ist er nach vorne gesackt. Ich war froh, dass er sich bewegt. Ich habe sofort Rettungsmaßnahmen durchgeführt, den Arzt angerufen.“ Leon kam ins Haunersche Kinderspital, wurde einen Monat stationär behandelt. Die Spätfolgen sind heute noch nicht absehbar. Es besteht die Gefahr der Erblindung bis hin zur geistigen Behinderung. Andreas S. sagte, dass er durch die Wohnsituation in München gestresst gewesen sei.

Das Paar lebte mit Kind bei der Schwester des Angeklagten und deren Tochter: „Fünf Personen auf 60 Quadratmetern. Das ist sehr eng.“ S. ist zwar in Freiheit. Aber seinen Sohn wird er laut Gerichtsbeschluss so bald nicht sehen dürfen.

 

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