Baby ausgesetzt Findelkind in Neuperlach: Anklage gegen Mutter

In dieser Wohnanlage in Neuperlach wurde der frisch geborene Junge ausgesetzt. Foto: rah

Das Baby wurde nach der Geburt in eine Hecke gelegt: Die Staatsanwaltschaft wirft einer 28-jährigen Frau versuchten Mord vor. 

 

München - Sein Leben hing an einem seidenen Faden. Der kleine Bub war halb erfroren, als er in einer Hecke in Neuperlach gefunden wurde. Heute ist Justus gesund und munter. Er lebt in einer Pflegefamilie in München. Seine Mutter erwartet dagegen eine langjährige Gefängnisstrafe.

Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen die 28-Jährige aus der Nähe von Frankfurt erhoben. "Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord", sagt Oberstaatsanwältin Anne Leiding. Der Prozess wird voraussichtlich bis zum Sommer vor dem Landgericht München beginnen. Bis dahin bleibt die Mutter in Untersuchungshaft in einer Zelle der JVA Stadelheim.

Baby nackt in Hecke gelegt

Nackt lag der kleine Justus am 18. August letzten Jahres in der Hecke vor einer Wohnanlage an der Therese-Giehse-Allee. Seine Körpertemperatur betrug nur mehr 26 Grad. Lange hätte das Neugeborene vermutlich nicht mehr durchgehalten, wenn nicht eine Hundebesitzerin am Morgen zufällig vorbeigekommen wäre.

Die Frau war mit ihrem Hund Gassi gehen, als sie in der Hecke etwas bemerkte, das ihre Neugier weckte. Sie sah nach und fand zwischen Zweigen und Blättern einen kleinen Buben, der am Boden lag. Seine Nabelschnur war laienhaft durchtrennt. Das Kind war völlig nackt. Keine Spur von der Mutter. Der Bub kam in eine Klinik, in der ihn Krankenschwestern und Ärzte liebevoll aufpäppelten. Sie gaben ihm den Namen Justus.

Mutter des Buben wurde noch am Wochenende ermittelt

Die Polizei konnte noch am selben Wochenende die Mutter des Buben ermitteln. Sie arbeitete damals als Küchenhilfe in einem Altenheim in der Nähe von Frankfurt. Die 28-Jährige besuchte einen Bekannten in München. Die beiden gingen in einen Biergarten, feierten, anschließend verbrachten sie die Nacht in dessen Wohnung.

Während ihr Gastgeber schlief, brachte die Frau das Kind zu Welt. Gleich nach der Entbindung legte sie den Buben in der Hecke vor dem Haus ab. Der Bekannte gab später bei der Polizei an, der habe von der Geburt nichts mitbekommen. Die Frau habe am Morgen zwar geblutet und über Unterleibsschmerzen geklagt. Statt ins Krankenhaus brachte er sie zum Hauptbahnhof.
 

 

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